Gen Trim28 – der kleine Unterschied beim Gewicht

Wenn ein Mensch mit Übergewicht zum Arzt kommt, dann gibt es meistens die Ansage, dass er seine Ernährung umstellen und mehr Sport machen soll. Inzwischen gibt es jedoch wissenschaftliche Erkenntnisse, dass die Bildung von Übergewicht nicht nur etwas mit der Ernährung und dem Ausmaß der aktiven Bewegung zu tun hat. Dass auch die Einnahme diverser Psychopharmaka einen direkten Einfluss auf den Cholesterinspiegel und damit die Entwicklung des Körpergewichts geltend macht, hat sich leider noch nicht bis zu allen Allgemeinpraktikern herumgesprochen. Doch nun gibt es weitere Erkenntnisse: Ob ein Mensch zu Übergewicht neigt oder nicht, hängt auch vom Gen Trim28 ab.

Wie kamen die Mediziner der Rolle des Gens Trim28 auf die Spur?

So ganz neun sind die Hinweise auf die Bedeutung des Gens Trim28 für das Körpergewicht nicht. Im Queensland Institute of Medical Research im australischen Brisbane hatten schon vor einiger Zeit Versuche mit Mäusen darauf hingewiesen. Die Forscher untersuchten dafür Zwillingsmäuse und stellten bei gleichen Umgebungsbedingungen und einer identischen Ernährung erhebliche Gewichtsunterschiede fest, die sich nur über minimale Differenzen bei der genetischen Veranlagung begründen ließen. Die Hypothese war, dass das Gen Trim28 wie eine Art genetischer Gewichtsschalter fungiert.

Max-Planck-Institut testete Gen Trim28 beim Menschen

Nach der Hypothese der Australier stellte sich die Frage, ob sich diese Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen. Bei der Untersuchung von rund 14.000 Probanden (darunter eine große Gruppe von Zwillingen) wurde festgestellt, dass das Körpergewicht davon beeinflusst wird, welche Gene tatsächlich aktiv sind. Bei der genomischen Prägung werden jeweils die von der Mutter oder die vom Vater übernommenen Gene aktiviert, was nicht nur das Gen Trim28 betrifft. Die Art der Aktivierung ist auch für die Unterschiede verantwortlich, die selbst bei eineiigen Zwillingen mit komplett identischem Erbgut gefunden wurden.

Quelle: Focus