Ist der BMI zur Beurteilung von Übergewicht bald out?

Eine neue Studie aus den USA belegt, dass ein hoher Body Mass Index, oder kurz BMI, nicht unbedingt auch gesundheitliche Probleme bedeuten muss. Durchgeführt wurde die Studie von der National University of California. Die repräsentative Umfrage bestätigt genau die Faktoren, die in Bezug auf den BMI von den Wissenschaftlern schon seit einiger Zeit kritisiert werden. Die Studie beweist, dass der BMI als alleiniges Bewertungskriterium nicht länger herangezogen werden sollte.

Beim Body Mass Index werden individuelle Faktoren (wie beispielsweise der Knochenbau und die Anteile von Muskelmasse und Fettmasse) nicht ausreichend berücksichtigt. Ein konkretes Beispiel dafür sind Bodybuilder, die zwar einen hohen BMI, aber auch einen hohen Anteil an Muskelmasse und nur einen geringen Anteil an Fettmasse aufweisen.

Die genauen Ergebnisse der Studie zum BMI

In der gemeinsam mit dem Gesundheits- und Ernährungsministerium der USA durchgeführten Studie wurden insgesamt 40.000 Probanden befragt. Anschließend wurden die dort erzielten Ergebnisse auf die Gesamtbevölkerung der Vereinigten Staaten hochgerechnet. Derzeit zählen die USA eine Bevölkerung von rund 311 Millionen. Rund 70 Millionen der Amerikaner zählen als übergewichtig. Trotz des Übergewichts haben mehr als 34 Millionen Menschen keine oder nur geringe gesundheitliche Probleme. Mit 20 Millionen wäre danach mehr als ein Drittel der übergewichtigen Menschen kerngesund.

Auf der anderen Seite stellten die Wissenschaftler der National University of California in ihrer Studie fest, dass ein Großteil der Menschen mit einem Body Mass Index im Normbereich Auffälligkeiten zeigt. Dabei wurden konkret die Cholesterinwerte, der Zuckerspiegel im Blut sowie der Blutdruck benannt. Bei diesen Kriterien zeigen nach der Hochrechnung über zwanzig Millionen Amerikaner mit Normalgewicht Abweichungen.

Welche Methoden der Risikobewertung gibt es noch?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt als Alternative zum BMI eine Messung des Bauchumfangs. Um das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie für Stoffwechselerkrankungen zu senken, sollte der Bauchumfang bei Frauen danach 88 Zentimeter und bei Männern 102 Zentimeter nicht überschreiten. Aber auch das kann nur ein einziges Kriterium bei der Gesamtbewertung sein.

Quelle: International Journal of Obesity