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Forscher der Uni Jena entdecken neue Insektenordnung

Forscher der Friedrich-Schiller-Universität in Jena haben zusammen mit chinesischen Kollegen eine neue Insektenordnung entdeckt. Dabei handelt es sich um eine Art, die zwischen Schaben und Gottesanbeterinnen angesiedelt ist, wie aus der am Freitag veröffentlichten Mitteilung des Instituts für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie hervorgeht. Die neue Insektenordnung fanden die Forscher in einem Bernstein aus Burma, der 100 Millionen Jahre alt sein soll.

Alienoptera – ein Sensationsfund

Wie Evolutionsbiologe Benjamin Wipfler erklärte, handele es sich um einen Sensationsfund. Zwar sei den Wissenschaftlern schon lange bekannt gewesen, dass Schabe und Gottesanbeterin miteinander verwandt sind, allerdings habe bisher das verbindende Element, der Connecting Link, gefehlt. Bei dem jetzt entdeckten Fossil gibt es Merkmale von Heuschrecke, Käfer, Ohrwurm und Gottesanbeterin.

Die Forscher tauften die neue Insektenordnung Alienoptera, wobei der lateinische Begriff alienus für fremd steht. Damit wollte man der Andersartigkeit dieser neuen Insektenordnung gerecht werden. Aktuell enthält die Insektenordnung Alienoptera nur eine Art, den Alienopterus brachyelytrus.

Wie kam es zu dem Sensationsfund der neuen Insektenordnung?

Ein chinesischer Sammler hatte den Bernstein, der in einen Ring eingearbeitet war, auf einem Bernsteinmarkt in China gekauft. Bei der Chinesischen Akademie der Wissenschaften erkundigte sich der Sammler nach dem eingeschlossenen Fossil. Die Uni Jena, die gute Kontakte zur Akademie hat, erhielt Fotos des 1,5 Zentimeter langen Insekts. Daraus wiederum erstellten die Forscher ein 3D-Modell, aus dem hervorging, dass es sich um ein männliches Insekt handelte.

Wipfler erkläre, dass zur Einordnung des Tieres die Beine besonders wichtig gewesen seien. Anhand der Extremitäten und des extrem beweglichen Kopfes fanden die Biologen heraus, dass es sich bei dem Insekt um einen Jäger handelt, ähnlich wie bei der Gottesanbeterin. Allerdings weist die Gottesanbeterin dornenbesetzte Beine auf. Mit diesen kann sie auch größere Insekten festhalten. Beim Alienoptera dagegen sind die Vorderbeine mit feinen Borsten versehen. Mit ihnen lassen sich kleine Beutetiere, wie Milben oder Blattläuse aufsammeln. Aufgrund dieser Borsten an den Beinen gehen die Forscher an der Uni Jena davon aus, dass Alienoptera früher vorwiegend auf Bäumen und in Sträuchern gelebt haben müsse.

Ebenfalls gaben die Biologen an, dass die Insektenordnung Alienoptera gut fliegen kann. Die Flügel konnten im 3D-Modell sehr gut auf- und zugeklappt werden. Die Vorderflügel sind eher schalenartig gehalten und kommen so weder bei Gottesanbeterinnen noch bei Schaben vor. Vielmehr findet man derartige Flügel bei Käfern und Ohrwürmern. Jetzt gehen die Forscher davon aus, dass sich die Gottesanbeterin als effizienter Jäger in der Evolutionsbiologie gegen den Alienoptera durchsetzen konnte.

Quelle: MDR