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E-Rezept: Vor dem Start ist noch viel Aufklärung notwendig

Syringes and pills on a blue background. Medicine background

Das E-Rezept wird kommen, so viel steht fest. Allerdings sind noch wichtige Vorbereitungen erforderlich. Darauf macht der Verband der Apotheker aufmerksam.

Der Start steht beim E-Rezept unmittelbar bevor. Die entsprechenden rechtlichen Regelungen finden sich bereits im Patientendatenschutzgesetz. Doch ist die Bevölkerung auf die Einführung bereits ausreichend vorbereitet? Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände gab eigens dafür eine Umfrage bei der Kantar Group (ehemals Emnid) in Auftrag. Die Resultate der Umfrage sind erschreckend und zeigen auf, wie groß der Aufklärungsbedarf im Vorfeld des Starts noch ist.

Viele Deutsche haben noch nichts vom E-Rezept gehört

Mit 63 Prozent gaben knapp zwei Drittel aller Befragten an, noch keine Informationen rund um das E-Rezept gelesen oder gehört zu haben. 20 Prozent war der Begriff aus früheren Diskussionen um eine mögliche Einführung bekannt. 17 Prozent der Probanden gaben an, erst im Verlauf des Jahres 2021 erstmals mit dem Begriff E-Rezept konfrontiert worden zu sein. Die wichtigsten Quellen der Informationen sind bisher die Medien (69 Prozent). Lediglich 18 Prozent wurden über Informationen der Krankenkasse aufmerksam. Noch geringer fällt der Anteil der Informationen über Ärzte mit 13 Prozent und über die Apotheken (11 Prozent) aus. Doch es kommt noch schlimmer. 95 Prozent der Befragten gaben an, nicht zu wissen, wann das E-Rezept eingeführt wird. Das wussten lediglich 4 Prozent der Probanden.

Wie hoch ist die Akzeptanz beim E-Rezept?

Die Mehrheit der Befragten bevorzugt nach den Resultaten der Umfrage die klassische Vorgehensweise. Sie wollen sich das Rezept wie bisher beim Arzt ausdrucken lassen. Dabei schwankt der Anteil abhängig vom Alter. Bei Patienten unter 30 Jahren haben das 43 Prozent vor. Ab 50 Jahre steigt dieser Anteil auf 60 Prozent und bei den Befragten über 60 Jahre sogar auf 80 Prozent. Bei den Probanden unter 50 Jahren gibt mit 53 bis 55 Prozent mehr als die Hälfte an, die Möglichkeit des digitalen Versands der Medikamentenverordnung über eine App fürs Smartphone nutzen zu wollen. Bei Probanden über 60 Jahren haben diese nur 14 Prozent der Befragten vor. Niedergelassene Apotheken bleiben nach der Umfrage der wichtigste Ansprechpartner, denn 75 Prozent der Probanden wollen ihre verordneten Medikamente dort abholen. 14 Prozent bevorzugen die Lieferung von Versandapotheken.

Welche Vorteile verbinden die Patienten mit dem Gedanken ans E-Rezept?

Der Anteil der Personen, die keine Vorteile im E-Rezept sehen, steigt kongruent zum Alter der Probanden an. Bei sehr jungen Menschen sind es gerade einmal 3 Prozent und bei Befragten über 60 Jahre 23 Prozent. Quer durch alle Altersgruppen wird als wichtigster Vorteil die Einsparung von Papier genannt. Bis zu einer Schwelle von 50 Jahren sind sich die Befragten einig, dass das E-Rezept den Patienten mehr Komfort bietet. Danach landet die unkomplizierte Kommunikation mit der Apotheke auf dem zweiten Rang. Viele Probanden (40 bis 48 Prozent bei Befragten unter 60 Jahren) verbinden mit dem E-Rezept die Hoffnung, ihre Medikamente schneller als bisher zu erhalten.

Quelle: Kantar Group, Bundesvereinigung der Deutschen Apothekerverbände