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Die Spätfolgen der Ebola | Alltagsmagazin.de

Die Spätfolgen der Ebola

Vor mehr als einem Jahr ist die Ebola-Epidemie in Westafrika ausgebrochen und hat seither 9.000 Menschenleben in Guinea, Sierra Leone und Liberia gefordert. 22.500 Menschen sollen WHO-Angaben zufolge erkrankt sein. 5.000 Menschen sollen die Ebola-Infektion überlebt haben, eine bisher noch nie dagewesene Zahl. Mit dieser rücken aber auch die Spätfolgen der schweren Krankheit in den Mittelpunkt des Forscherinteresses. Mit diesen hatte man sich bisher aufgrund der wenigen Überlebenden noch nie auseinandergesetzt.

Dabei leiden Überlebende der Ebola-Erkrankung unter einer ganzen Reihe von Symptomen. Ärzte sprechen deshalb sogar schon vom „Post-Ebola-Syndrom“. Besonders betroffen scheinen dabei die Augen zu sein. Viele betroffene haben rote Augen, einige klagen über schmerzende Augen und auch Sehstörungen kommen demnach recht häufig vor. Darüber hinaus klagen Überlebende der Erkrankung über Haarausfall, Müdigkeitsanfälle, Gelenkschmerzen und Gedächtnisprobleme.

Eine Ärztin aus Kenema in Sierra Leone berichtet sogar, dass sie von Erblindungen der Überlebenden erfahren hat. Sie geht davon aus, dass bei einigen Überlebenden eine Entzündung der mittleren Augenhaut, der Uvea, vorliegt. Diese wiederum kann im Einzelfall zum Verlust der Sehkraft führen.

Forscher müssen Ebola-Spätfolgen noch intensiv untersuchen

Allerdings sind die Forscher mit der Untersuchung der Spätfolgen von Ebola noch ganz am Anfang. Jetzt aber scheint es schon eine wichtige erste Erkenntnis zu geben: Die aggressiven Viren greifen massiv in den menschlichen Organismus ein und bewirken dabei nicht nur die akute Erkrankung, sondern auch darüber hinausgehende, schwerwiegende Folgen. So heißt es von weiblichen Überlebenden, dass die Monatsblutung ausbleibt.

Jetzt ist die große Frage, ob die neuen Ebola-Medikamente nicht nur die akute Erkrankung stoppen, sondern auch das Risiko für Spätfolgen reduzieren können. Diese ist aber bisher noch völlig offen.

Eine klinische Studie gibt jedoch Anlass zur Hoffnung. In dieser wurde ein Arzneimittel gegen Ebola untersucht und positive Ergebnisse kamen heraus. Getestet wurde das Grippemittel Favipiravir, das von dem japanischen Pharmaunternehmen Toyama Chemical entwickelt wurde. Das französische Institut für Gesundheit und medizinische Forschung bezeichnete die Ergebnisse der Studie als „ermutigend“.

Die Tests selbst wurden in Süd-Guinea an 80 Erkrankten durchgeführt. Bereits im letzten Dezember wurde mit der Versuchsreihe gestartet. Zunächst gab man zwar noch keine Ergebnisse bekannt, doch sollen diese bereits in Kürze veröffentlicht werden.

Ist Favipiravir die neue Hoffnung für Ebola-Patienten?

Bisher gibt es keine speziell zugelassenen Ebola-Medikamente. Die Hoffnungen ruhen aber auf dem Mittel aus Japan. Es wird in Japan bereits gegen ganz bestimmte Grippeerkrankungen eingesetzt und konnte im Tierversuch auch Wirkungen gegen Ebola erreichen. Anschließend setzte man das Medikament bei infizierten Helfern ein.

So wurde eine Krankenschwester aus Frankreich von Ärzte ohne Grenzen mit dem Mittel bereits im Herbst letzten Jahres behandelt. Sie hatte sich in Liberia infiziert und wurde zur Behandlung zurück nach Frankreich gebracht, wo sie wieder genesen war.

Der große Vorteil von Favipiravir liegt vor allem darin, dass es sich sehr schnell und in sehr großen Mengen herstellen lässt. Da es in Tablettenform daher kommt, kann es sehr unkompliziert, auch in abgelegenen Regionen, eingesetzt werden.

Quelle: Welt