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Coronakrise: Viele Menschen werden bereits wieder leichtsinnig

A Shopping Cart Trolley

Die ersten nennenswerten Lockerungen bei der Coronakrise scheinen dazu zu führen, dass zahlreiche Menschen Vorsichtsmaßnahmen unterlassen. Das ist fatal, denn das erhöht die Wahrscheinlichkeit der Notwendigkeit der Aufrechterhaltung vieler Beschränkungen.

Mitarbeiter unserer Redaktion haben heute einen prüfenden Blick auf die Nutzer von Fußgängerzonen und Kunden in Einkaufszentren geworfen. Dabei fiel auf, dass sich eine Vielzahl der Passanten und Kunden nicht an die zur Bekämpfung der Coronakrise empfohlenen und geforderten Vorsichtsmaßnahmen halten. Deshalb haben wir einige Punkte aufgegriffen.

Teilweise werden Öffnungsverbote in der Coronakrise missachtet

Nach den Inhalten der Allgemeinverfügungen dürfen Friseurgeschäfte in Sachsen erst ab dem 4. Mai 2020 wieder ihre Geschäfte öffnen. Uns fiel heute beim Gang durch die Fußgängerzone in einer sächsischen Kleinstadt bereits ein geöffneter Friseursalon auf. Hundert Meter weiter kamen uns Mitarbeiter des Ordnungsamts entgegen. Die vorzeitige Öffnung könnte für den Inhaber des betroffenen Geschäfts ziemlich teuer werden, denn die sächsische Coronaschutzverordnung sieht dafür Bußgelder in vierstelliger Höhe vor. Es ist nachvollziehbar, dass dort so schnell wie möglich wieder Einnahmen fließen müssen, um den Bestand der Geschäfte zu sichern. Doch das darf nicht durch Verstöße gegen die Schutzverordnungen und Allgemeinverfügungen geschehen.

Aufmerksamkeit für die Einhaltung der Abstandsregeln fehlt bei vielen Bürgern

Die meisten Stadtverwaltungen haben Sitzgelegenheiten in Fußgängerzonen entfernen lassen. Doch das ist nicht in jedem Fall möglich. Wir haben heute beobachtet, dass stellenweise bis zu drei Personen auf einer nicht einmal zwei Meter langen Bank saßen. Im Vorbeigehen schnappten wir Gesprächsfetzen auf. Es waren genau wie bei den zwei Personen auf der Bank gegenüber (Abstand nur etwa ein Meter) Herren, die keine Lust hatten, ihre Frauen beim Einkauf im Supermarkt zu begleiten. Keiner der fünf Herren trug einen Atemschutz. Das ist purer Leichtsinn, zumal es sich durchweg um Herrschaften handelte, die allein aufgrund ihres Alters zu den Risikogruppen für schwere Verläufe von COVID-19 gehören.

Umgang mit Mundschutzmasken entspricht nicht den Empfehlungen des RKI

Unsere Beobachtungen vom heutigen Tag zeigten auch, dass die Mundschutzpflicht selbst zu einer Gefahr für Ansteckungen werden kann. Grund dafür ist der Umgang der Menschen mit diesen Masken. Alle Virologen empfehlen, die Masken mit frisch gewaschenen Händen aufzusetzen und dann möglichst nicht mehr zu berühren. Viele Passanten der Fußgängerzone taten jedoch genau das Gegenteil. Bei ihnen hingen die Masken bei der Ankunft in der Einkaufsmeile unter dem Kinn. Sie zogen die Masken beim Betreten von Geschäften hoch und nach dem Verlassen der Geschäfte wieder herunter. Noch schlimmer ist jedoch die Tatsache, dass wir den gleichen untragbaren Umgang mit dem Atemschutz bei der Kassiererin in einem Geschäft beobachtet haben. Bei ihr hing der Atemschutz sogar bei der Tätigkeit an einer komplett ungeschützten Kasse unter dem Kinn.

Statt Hinweisschilder besser Lautsprecherdurchsagen nutzen?

Unsere Beobachtungen von heute deuten darauf hin, dass Hinweisschilder mit Text offenbar von vielen Kunden gar nicht bemerkt oder gelesen werden. Das gleiche leichtsinnige Verhalten wie bei Passanten in der Fußgängerzone haben wir bei einer Vielzahl der Kunden im Einkaufszentrum beobachtet. Das ist besonders bemerkenswert, weil dort ein großes Schild am Eingang signalisiert, dass die Maskenpflicht im gesamten Gebäude gilt. Durch das ständige Auf- und Abziehen der Masken geht die Schutzwirkung komplett verloren. Dieses Verhalten bewirkt sogar eine Steigerung des Infektionsrisikos, weil die Innenseite der Atemschutzmasken regelmäßig mit den Fingern berührt wird. Dadurch ist die Gefahr noch größer, dass Coronaviren von unbemerkt infizierten Personen beispielsweise auf Waren, EC-Karten-Terminals oder die Griffstangen von Einkaufswagen gelangen. Deshalb halten wir es für besser, die Kunden permanent mit Lautsprecherdurchsagen oder mit Hinweisen des Security-Personals am Haupteingang auf die durchgängig gültige Maskenpflicht aufmerksam zu machen. Stellen die Menschen solche leichtsinnigen Verhaltensweisen nicht ab, steigt das Risiko, dass bereits angedachte Lockerungen der Restriktionen nicht planmäßig durchgeführt oder sogar zurückgenommen werden müssen.

Denken Sie bitte daran: Die Coronakrise ist noch nicht vorbei. Bei ihrer Bekämpfung zählt die Mitwirkung jedes einzelnen Menschen.

Quelle: eigene Beobachtungen