Australische Strände wegen Nesseltier-Plage gesperrt

In Australien hat sich die Portugiesische Galeere ausgebreitet. Die Nesseltier-Art wird auch als „Floating Terror“ bezeichnet und ist derzeit an der Gold Coast besonders weit verbreitet.

Hunderte Badegäste kamen dort mit den Tentakeln der Portugiesischen Galeere in Kontakt. Daher mussten im Bundesstaat Queensland mehrere Strände komplett geschlossen werden. Unter anderem ist auch der Badeort Coolangatta, der südlich von Brisbane liegt, betroffen.

900 Menschen nach Kontakt mit Portugiesischer Galeere behandelt

Wie aus den Angaben der Lebensretter von der Sunshine und der Gold Coast hervorgeht, wurden alleine am letzten Sonntag mehr als 900 Menschen nach einem Kontakt mit der Portugiesischen Galeere behandelt.

Die Tiere sondern über ihre Nesselzellen ein Gift ab, das starke Schmerzen und Quaddeln auf der Haut verursacht. Im vergangenen Monat wurden in Queensland über 13.000 Menschen mit den typischen Symptomen behandelt, wie der Rettungsdienst vor Ort via Twitter mitteilte. Man geht davon aus, dass ungewöhnlich starke Winde die Tiere in Richtung Küste getrieben haben.

Was sind Portugiesische Galeeren?

Schon im letzten Jahr hatte man die Tiere mehrfach vor der beliebten Urlaubsinsel Mallorca entdeckt. Dort mussten ebenfalls Strände gesperrt werden.

Obwohl die Portugiesische Galeere der Qualle ähnelt, besteht sie aus einer ganzen Kolonie von Einzeltieren. Diese einzelnen Polypen haben sich zusammengeschlossen und sich nach und nach spezialisiert. So sind Einzeltiere speziell für die Nahrungsaufnahme, andere für die Fortpflanzung, wieder andere für die Abwehr oder die Ausbildung der Fangfäden verantwortlich. Einzeln sind die Tiere daher nicht lebensfähig, so dass sie sich zur Portugiesischen Galeere zusammenschließen müssen.

Vorwiegend kommen die Tiere im Pazifik, vor den Kanaren und Portugal vor, aber auch in der Karibik. Da die Nesseltiere auf der Wasseroberfläche treiben, können sie durch den Wind allerdings überall hin gelangen.

Die Portugiesische Galeere schimmert bläulich und ist rund 30 Zentimeter groß. Ebenfalls ist ein kammähnliches Segel vorhanden. Allerdings wird es nur bei Wind aufgerichtet, da die Tiere sonst austrocknen würden. An den Tentakeln finden sich bis zu 1.000 Nesselzellen pro Zentimeter. Sie enthalten ein Giftgemisch aus verschiedenen Proteinen. Für kleinere Fische und andere Beutetiere ist das Gift tödlich. Beim Menschen sind Quaddeln verbunden mit starken Schmerzen typisch. Die Schmerzen lassen zwar bereits nach einer guten Stunde wieder nach, die Quaddeln verschwinden aber erst nach etwa zwei bis drei Tagen.

Quelle: dpa