Mückenschutz – so geht’s

Die massiven Regenfälle der letzten Woche sind das ideale Brutwetter für Mücken. Da in diesem Jahr sehr häufig Regen fällt, können sich die Mücken 2017 besonders gut vermehren. Wie die Biologin und Mückenexpertin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, Doreen Walther, erklärt, kann aufgrund der aktuellen Witterung alle zwei Wochen eine neue Generation Mücken schlüpfen. Doch wie kann man sich gegen die Blutsauger wehren?

Mücken abhalten – was kann ich tun?

Mücken werden von warmer Haut magisch angezogen. Gerade nach dem Sport ist es deshalb wichtig, sehr zeitnah zu duschen, am besten kalt, oder sich im See abzukühlen. Arme und Beine lassen sich am besten mit langer Kleidung schützen. Helle Kleidung ist ebenfalls ratsam, da Mücken sprichwörtlich auf dunkle Farben fliegen.

Mückensprays können ebenfalls eingesetzt werden. Sie bilden auf der nackten Haut einen Geruchsmantel, der die Mücken abhalten soll. Am besten sind Mückensprays mit dem Stoff Diethyltoluamid, kurz DEET. Dieser bietet laut Stiftung Warentest einen besonders lang anhaltenden Schutz. Zu beachten ist jedoch, dass er die Schleimhäute reizen kann. Ebenfalls empfehlenswert sind Mückensprays mit Icaridin.

Allerdings sollten die Sprays alle vier Stunden aufgetragen werden, damit sie ihre Wirkung beibehalten. Nicht geeignet sind die Sprays jedoch für Kleinkinder, wie Ursula Sellerberg, Sprecherin der Bundesapothekerkammer, erklärt.

Auch pflanzliche Mittel helfen dabei, Mücken fernzuhalten. So ist das Laub der Tomatenpflanze geeignet, um Mücken aus Garten und Balkon zu verbannen. Ebenso wenig mögen die Plagegeister den Duft von Katzenminze, Zitronenmelisse, Zitronengras und Zitronengeranie, von Lavendel, Minze oder Rosmarin. Auch ein Topf mit Basilikum soll die Mücken abhalten. Allerdings hat die Stiftung Warentest bei Pflanzen keine wirkliche Abwehrwirkung gegen Mücken feststellen können.

Mücken stechen manche Menschen besonders gerne

Mücken stechen manche Menschen lieber als andere. Das hängt davon ab, welche Stoffe auf der Haut zu finden sind. Vor allem Milchsäure, Ammoniak und Fettsäuren sind für einige Mücken sehr anziehend. Wer besonders stark von Mückenstichen geplagt ist, kann zwar duschen, allerdings hilft das auch nur für kurze Zeit, weil der eigene Körpergeruch schnell zurückkehrt.

Mücken stechen grundsätzlich aber auch andere Menschen. Sie entscheiden sich nur innerhalb einer Menschengruppe für bestimmte Gerüche. Sind die weniger „gut riechenden“ Menschen jedoch alleine, ist auch die Mücke nicht mehr wählerisch und sticht beherzt zu.

Was tun gegen Mückenstiche?

Mücken injizieren beim Stechen ihren Speichel in die Haut. Dieser sorgt dafür, dass das Blut nicht gerinnt und die Mücke es trinken kann. Der Mensch reagiert jedoch auf die im Mückenspeichel enthaltenen Proteine allergisch, so Sellerberg. Dadurch kommt es nach dem Stich zu den typischen Rötungen, der Schwellung und dem Juckreiz.

Ist es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen passiert und die Mücke hat zugestochen, gilt generell: Nicht kratzen. Der Körper schüttet dann nämlich nur noch mehr „Juckstoffe“ aus, wie Christine Eichler erklärt. Die Chefärztin des Evangelischen Zentrums für Altersmedizin in Potsdam weiß, dass sich die aufgekratzten Mückenstiche auch noch leichter entzünden.

Eine halbe Zwiebel oder eine Scheibe Zitrone können auf den Mückenstich gelegt werden. Sie desinfizieren und kühlen und können so die Einstichstelle beruhigen. Wird Apfelessig direkt nach dem Stich auf die Haut gegeben, kann er ebenfalls den Juckreiz lindern. Cremes und Gele sind ebenfalls empfehlenswert, sie enthalten oftmals Hydrocortison oder Antihistaminika. Allerdings sorgen all diese Mittel nur dafür, dass keine riesigen roten Quaddeln entstehen. Einfach verschwinden wird der Stich dadurch auch nicht.

Wasser zieht Mücken an

Gartenbesitzer sollten auf stehendes Wasser verzichten. Teiche und Schwimmbecken sind die idealen Brutmöglichkeiten für Mücken. Deshalb gilt: Pool oder Teich im Garten können die Plagegeister anlocken. Wer beides nicht hat, sollte aber auch Gießkannen jeden Abend leeren, wie der Eigentümerverband Haus & Grund empfiehlt. Auch die Regentonnen sollten regelmäßig geleert, zumindest aber abgedeckt werden. Im Gartenteich hilft es, die Larven mit dem Kescher abzusammeln. Alternativ kann man Goldfische einsetzen, die fressen nämlich die Mückenlarven.

Quelle: dpa