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Grippeschutzimpfung wirkt schlechter als erwartet

Viele Menschen entscheiden sich im Herbst für die Grippeschutzimpfung, um in der kalten Jahreszeit der unangenehmen Erkrankung aus dem Wege zu gehen. Doch in diesem Jahr fahren sie damit nicht allzu gut, wissen Experten. Denn die Grippeschutzimpfung muss in ihrer Zusammensetzung jährlich den aktuell grassierenden Virustypen angepasst werden, da diese sich genetisch verändern.

Doch bei der Zusammensetzung des Impfstoffs für diese Saison ist diese Anpassung nicht ganz gelungen. Ausgerechnet gegen den am weitesten verbreiteten Virustyp wirkt der aktuelle Impfstoff nicht richtig. Das teilte das Robert-Koch-Institut kürzlich mit. Die Entscheidung für die Zusammensetzung des Impfstoffs wurde bereits im Februar 2014 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) getroffen. Bereits kurze Zeit später kam es zu ersten Grippeinfektionen mit den mutierten Viren.

WHO bestätigt geringere Wirksamkeit des Grippe-Impfstoffs

Die WHO hat jetzt in Genf bestätigt, dass es Unterschiede zwischen Impfstoff und Virustyp gibt. Grund dafür ist das Eiweiß. Das Eiweiß in der Grippeschutzimpfung entspricht nicht dem Oberflächeneiweiß des Erregers. Daher wirkt die Grippeschutzimpfung in der aktuellen Saison nur in zwei von drei Fällen korrekt.

Die WHO gab an, dass die Zahl der Grippeinfektionen aktuell zwar angestiegen sei, aber sich durchaus noch in einem moderaten Rahmen bewege. Auch im Sächsischen Gesundheitsministerium geht man von normalen Erkrankungszahlen aus. Was dabei jedoch nicht beachtet wurde, ist die Tatsache, dass die Grippesaison erst im Februar ihren Höhepunkt erreicht.

A(H3N2) Virus betroffen

Wie das Robert-Koch-Institut mitteilte sind zwei Drittel der Influenza A(H3N2) Viren von der verringerten Wirksamkeit betroffen. Ausgerechnet diese Viren sind aber sowohl in Deutschland als auch in Europa am weitesten verbreitet. Sie haben schon in der Vergangenheit mehrfach heftige Grippewellen hervorgerufen. Der Krankheitsverlauf soll nach Angaben des Instituts schwerer sein und vor allem bei älteren Menschen sogar zum Tod führen können. Allerdings wird der Großteil der Patienten auch wieder restlos geheilt.

Trotz all dieser Verunsicherungen bleiben die Experten sich in einem Punkt einig: Die Grippeschutzimpfung ist sinnvoll. Denn es gibt nicht nur den Influenza A(H3N2) Virus, sondern auch andere Viren, die die Grippe auslösen können. Gegen diese übrigen Viren bietet die Grippeschutzimpfung dieser Saison einen guten Schutz. So stimmen etwa die Influenza A(H1N1)pdm09-Viren sehr gut mit dem aktuellen Impfstoff überein.

Selbst jetzt im Januar kann die Impfung noch erfolgen. Voraussetzung ist allerdings, dass man sich gesund fühlt. Der Impfschutz wird nach etwa zwei Wochen voll wirksam und soll dann ein gutes halbes Jahr anhalten. Aus der Sächsischen Impfkommission heißt es, dass die Grippeschutzimpfung schon ab dem siebten Lebensmonat empfohlen wird. Die Kosten dafür übernehmen viele Kassen in Sachsen unabhängig vom Alter.

Geringe Impfbereitschaft bei Patienten

Dennoch bleiben Patienten skeptisch. Einer aktuellen Umfrage aus dem November 2014 ist zu entnehmen, dass sich im letzten Jahr mehr als 75 Prozent der Deutschen nicht gegen die Grippe impfen ließen. Dabei zieht sich das Ergebnis durch alle Altersgruppe. In der aktuellen Impfsaison lehnten erneut 80 Prozent der Befragten die Impfung ab, wenn sie sich schon in der Vorsaison gegen diese entschieden hatten. Und das, obwohl die Experten gewarnt hatten, dass die aktuelle Grippe-Saison heftiger ausfallen könnte als die vorhergehende.

Quelle: Freie Presse