Beim Hausbau nicht zu früh zahlen

Ein Hausbau ist oft die größte Investition im Leben eines Menschen. Umso wichtiger ist es, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, wie man sich bestmöglich absichern kann. Denn Probleme treten häufiger auf, als gedacht und werden zusätzlich oft erst später ersichtlich.

Umso wichtiger ist es, beim Hausbau ein paar Grundregeln zu beachten. In der Regel werden die Zahlungen für den Hausbau Zug um Zug fällig. Wie der Bauherren-Schutzbund (BSB) erklärt, müssen Bauherren bis zur endgültigen Abnahme allerdings nur 90 Prozent des vereinbarten Preises zahlen. Der Restbetrag wird erst nach der Abnahme fällig. Dies ist bereits seit Januar 2018 sogar gesetzlich geregelt. Mit der Gesetzesänderung sollte das Risiko gesenkt werden, dass Bauherren mehr bezahlen als dem Vertragspartner tatsächlich zusteht. Außerdem soll die Regelung helfen, dass man Nachbesserungen oder Beseitigungen von Baumängeln besser einfordern kann.

Welche Rate sollte ich beim Hausbau wann zahlen?

Als Faustregel gibt der BSB an, dass sich die Höhe der Ratenzahlungen am Wertzuwachs des Bauwerks orientieren sollte. Zudem dürfen private Bauherren fünf Prozent der Gesamtkosten als Fertigstellungssicherheit einbehalten.

Neben der Endabnahme spielen jedoch Kontrollen beim Hausbau auch schon vorher eine wichtige Rolle. Die Bewehrung wichtiger Bauteile sollten Bauherren vor dem Betonieren prüfen lassen, so eine Empfehlung des Verbandes Privater Bauherren (VPB). Die Bewehrung dient in erster Linie dazu, ein Gebäude dauerhaft sicher und standfest zu gestalten. Meist wird Stahl für die Bewehrung eingesetzt. Damit können Fundament, Wände und Decken Lasten und Kräfte später gut ableiten.

Für die Bewehrung werden Stahlstäbe oder –matten in die Schalung eingebaut, später wird der Beton eingefüllt. Ist dieser erst einmal ausgehärtet, ist eine Kontrolle der Bewehrung nicht mehr möglich, weshalb diese vor dem Betonieren stattfinden sollte.

Wie kann ich beim Hausbau Kosten sparen?

Zudem haben private Bauherren ohne eigenen Planer seit Januar vergangenen Jahres das Recht, die Unterlagen zur Statik vom Schlüsselfertiganbieter ausgehändigt zu bekommen. Diese Unterlagen sollten vor Ausführung der Leistung vorliegen. Dann kann der Bauherr durch einen unabhängigen Sachverständigen prüfen lassen, ob die Bodenplatte, Stützen, Fundamente, Keller oder Unterzüge und Co. korrekt bewehrt wurden.

Natürlich verursacht diese Kontrolle durch unabhängige Sachverständige zusätzliche Kosten. An dieser Stelle sollte man aber nicht sparen, da es um die langfristige Sicherheit des eigenen Hauses geht. Bessere Einsparmöglichkeiten sind in einem günstigen Grundstückspreis oder vergleichsweise kostengünstigen Badarmaturen, Fliesen und Bodenbelägen zu finden. Außerdem kann man Kosten beim Hausbau sparen, wenn man Prioritäten setzt. So kann die endgültige Gestaltung der Außenanlagen vielleicht noch etwas warten, so dass diese Kosten nicht unmittelbar im Anschluss an den eigentlichen Hausbau anfallen.

Quelle: dpa