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Deutschland: Großhandelspreise sind zuletzt deutlich gestiegen

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Die unberechenbare Entwicklung im Nahen Osten hat in Deutschland bereits spürbare Einflüsse auf die zu verzeichnenden Großhandelspreise.

Die Entwicklung der Großhandelspreise ist ein zuverlässiger Indikator für die Trends bei den Verbraucherpreisen und der Inflationsrate. Von dort gibt es schlechte Nachrichten, wie offizielle Zahlen belegen, die vom Statistischen Bundesamt Mitte April 2026 für den Monat März dieses Jahres vorgelegt wurden. Sie machen einer mehr als dreijährigen Phase ein Ende, in der die Großhandelspreise insgesamt nahezu unverändert geblieben waren.

Wie stark sind die Großhandelspreise in Deutschland angestiegen?

Quer durch alle Sortimente wurde im März 2026 im Vergleich zum Februar ein Anstieg um 2,7 Prozent verzeichnet. Im Vergleich mit März 2025 lagen die Preise sogar um 4,1 Prozent höher. Besonders das ist beachtenswert, weil die Großhandelspreise in den drei Monaten zuvor im Vergleich mit dem jeweiligen Vorjahresmonat lediglich um rund 1,2 Prozent gestiegen waren. Um einen noch größeren Preissprung als zuletzt ausfindig zu machen, ist ein Blick auf den Monat Februar 2023 erforderlich. Damals gab es binnen Jahresfrist einen Aufschlag auf die Großhandelspreise in Höhe von 9,5 Prozent. Preistreiber sind aktuell die Preise für Erdölprodukte, zu denen sowohl leichte Heizöle als auch Benzin und Diesel gehören. Sie stiegen von Februar auf März 2026 um durchschnittlich 18,8 Prozent und lagen um 17,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Noch drastischer fiel mit einem Plus von 48,4 Prozent binnen Jahresfrist der Aufschlag für die Großhandelspreise für Metalle und Metallhalbzeugen aus. Bei Lebensmitteln waren bisher vor allem Backwaren mit einem Plus von 6,1 Prozent im Jahresvergleich am stärksten betroffen, wären beispielsweise die Großhandelspreise für Kaffee, Kakao, Milch, Eier und Gewürzen signifikant günstiger wurden.

Ursachen sind die Folgen des Irankriegs

Als Hauptsache wirkten sich zuletzt gestiegene Energiepreise und Transportkosten auf die Großhandelspreise aus. Verantwortlich dafür sind die Folgen des Irankriegs, der bereits seit dem 28. Februar 2026 tobt. Aktuell stecken verschiedenen Quellen zufolge rund 2.000 Schiffe samt Mannschaften an den Ein- und Ausfahrten sowie in der Straße von Hormus fest. Die Fahrtunterbrechung selbst verursacht Kosten, zudem fehlen die auf den Schiffen befindlichen Waren und Güter auf dem Markt. Andere Reedereien fahren den Umweg um den afrikanischen Kontinent, der ebenfalls immense Zusatzkosten verursacht, wobei sowohl die Kraftstoffverbräuche als auch die Lohnkosten berücksichtigt werden müssen. Weitere Auswirkungen auf die Großhandelspreise haben die großflächigen Luftraumsperrungen, die im Zuge des bereits reichlich sechs Wochen andauernden Irankriegs verhängt wurden. Im Iran und Irak wurde wegen der Folgen von Kriegsschäden und aufgrund der Blockade der Straße von Hormus fehlenden Schiffen die Erdölproduktion heruntergefahren, was die Erdölpreise und die Kraftstoffpreise kräftig befeuerte.

Quelle: Statistisches Bundesamt

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