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Wie hoch sind in Deutschland die Investitionen in den Naturschutz?

Weltkugel mit Baum

Die Bundesregierung hat konkrete Zahlen zu den Investitionen in den Naturschutz in der Antwort auf eine Kleine Anfrage von Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen vorgelegt.

Die Frage nach den Investitionen in den Naturschutz stellt sich vor allem mit Blick auf die Zusatzaufwendungen und Verluste, die aus der Coronakrise resultieren. Aber auch die Entwicklung der vom Bund für den Schutz der Natur und insbesondere der gefährdeten Tierarten in den letzten Jahren bereitgestellten Gelder fragten die Bundestagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen ab.

Investitionen in den Naturschutz sind in Deutschland kräftig gestiegen

Im Jahr 2020 steckte die Regierung allein 44,95 Millionen Euro in das Programm zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Diese Förderungen lagen im Jahr 2015 noch bei 18 Millionen Euro und sind seither kontinuierlich gestiegen. Der erst im vergangenen Jahr neu aufgelegte Wildnisfonds wird mit Investitionen in den Naturschutz in Höhe von 20 Millionen Euro pro Jahr bedacht. Weitere 50 Millionen Euro bekommt im gesamten Jahr 2020 der Sonderrahmenplan, der auf eine Verbesserung des Insektenschutzes in der Landwirtschaft abzielt. Für allgemeine Maßnahmen zum Insektenschutz stehen zusätzlich 25 Millionen Euro zur Verfügung. Ergänzend beteiligt sich die Bundesregierung an den Naturschutzprogrammen der Europäischen Union. Die EU-Förderungen belaufen sich bis zum Jahr 2030 nach aktuellen Schätzungen auf etwa 20 Milliarden Euro pro Jahr.

Lücken beim Recycling werden für Deutschland teuer

Zum Umwelt- und Klimaschutz gehört auch eine hohe Recyclingquote. Dort klaffen in Deutschland erhebliche Lücken, wie die Antwort der Bundesregierung auf eine weitere Kleine Anfrage der Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen belegt. Beginnend ab dem Jahr 2021 erhebt die Europäische Kommission von den Mitgliedsländern der EU eine Strafgebühr für nicht recycelte Verpackungen aus Kunststoff. Er liegt bei 80 Cent pro Kilogramm. Deutschland soll eine Strafabgabe in Höhe von 1,4 Milliarden Euro zahlen. Das heißt, die EU geht davon aus, dass pro Jahr 1,75 Milliarden Kilogramm Plastikmüll von Produktverpackungen nicht ordnungsgemäß recycelt werden. Vor allem die Quote der werkstofflichen Verwertung von Kunststoffverpackungen steigt in Deutschland nicht schnell genug. Sie lag im Jahr 2000 bei 34,7 Prozent. Für das Jahr 2018 gibt die Bundesregierung eine Verwertungsquote von 46,4 Prozent an. Ein Großteil der Kunststoffverpackungen (40,1 Prozent) wird lediglich zur Energiegewinnung verwertet. Bei den Verbundverpackungen für Flüssigkeiten liegt die Verwertungsquote zeitgleich mit 75,7 Prozent deutlich höher.

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksachen 19/23141 und 19/23133