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Wie hat sich die Zahl der Fachkräfte in der Kranken- und Altenpflege entwickelt?

Female nurse checking blood pressure of senior woman at home

Wie groß ist der Engpass der Fachkräfte in der Alten- und Krankenpflege? Geben die jüngsten Entwicklungen Anlass zur Hoffnung oder zur Sorge? Wir haben aktuelle Zahlen angeschaut.

Schon seit einiger Zeit warnen Sozialverbände und auch die offiziellen Hochrechnungen des Statistischen Bundesamts vor einer wachsenden Differenz zwischen der Zahl der verfügbaren und tatsächlich benötigten Fachkräfte in der Alten- und Krankenpflege. Deshalb muss es auch nicht wundern, dass diese Problematik immer wieder in politischen Diskussionen und Anfragen von Bundestagsabgeordneten an die Bundesregierung thematisiert wird. Die Antwort zeigt eindeutig, dass Deutschland ohne die hohe Zahl ausländischer Fachkräfte in diesem Bereich nicht auskommt.

Wie sieht es aktuell bei den Fachkräften in der Alten- und Krankenpflege aus?

Insgesamt waren zu Jahresbeginn 2025 etwa 1,26 Millionen Menschen im gesamten Bereich der Alten- und Krankenpflege, bei den Rettungsdiensten sowie im Bereich der Geburtshilfe beschäftigt. Mit 647.000 Personen entfiel etwas mehr als die Hälfte dieser Beschäftigten auf den Teilbereich der Altenpflege. Hinzu kamen zeitgleich etwa 47.000 geringfügig Beschäftigte, von denen etwa 29.000 Personen der Altenpflege zugeordnet wurden.
Zeitgleich meldete die Bundesagentur für Arbeit etwa 16.000 freie Stellen in der Altenpflege und weitere 16.000 zu besetzende Stellen in anderen Bereichen der Gesundheits- und Krankenpflege sowie in der Geburtshilfe und bei den Rettungsdiensten. Die Brisanz der Situation macht ein weiterer Wert deutlich. Freie Stellen im Bereich Altenpflege können im Durchschnitt erst nach etwa 300 Tagen besetzt werden. In anderen Pflegebereichen müssten die potenziellen Arbeitgeber etwa 269 Tage nach geeigneten Fachkräften suchen.

Anteil der Ausländer in der medizinischen Pflege und Altenpflege ist hoch

Im März 2025 arbeiteten in Deutschland nach den Angaben der Bundesregierung in der Antwort auf die Kleine Anfrage aus dem Bundestag 34.887.706 Personen in Pflegeberufen. Davon waren insgesamt 5.736.211 ausländischer Herkunft. 2.524.029 Personen stammten aus Ländern, die zur Europäischen Union gehören. Die Top 8-Herkunftsländer der Asylbewerber und Asylbewerberinnen waren zeitgleich mit 635.084 Personen vertreten. Rund 263.600 ausländische Beschäftigte in der Kranken- und Altenpflege stammten aus der Ukraine.
Die Top 3-Bundesländer mit der höchsten Zahl der Pflegekräfte waren im Betrachtungszeitraum Nordrhein-Westfalen (7.360.270 Personen und Bayern (5.961.132 Personen) sowie Baden-Württemberg (4.936.241 Personen). Diese Reihenfolge ist logisch, denn dabei handelt es sich auch um die drei deutschen Bundesländer mit den höchsten Einwohnerzahlen. Zum Zeitpunkt der Erhebung der oben genannten Daten lebten in Nordrhein-Westfalen rund 18,034 Millionen Menschen, in Bayern knapp 13,25 Millionen und in Baden-Württemberg knapp 11,25 Millionen Menschen.

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 21/2895, Statistisches Bundesamt

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