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Waldbrände in Kalifornien: PG&E weitet Stromabschaltungen aus

Bereits am 26. Oktober 2019 hatte der Stromversorger aufgrund der Waldbrände in Kalifornien große Teile seines Netzes außer Betrieb genommen. In der Nacht zum 27. Oktober kündigte PG&E weitere Stromabschaltungen an.

Verschiedenen Quellen zufolge sind von den Blackouts bei PG&E inzwischen rund eine Million Haushalte betroffen. Durch die zusätzlichen Abschaltungen am Sonntag erhöht sich deren Zahl weiter. Parallel weiten die lokalen Sicherheitsbehörden die Evakuierungszonen aus. Mittlerweile mussten die Bewohner von fast 100.000 Häusern und Wohnungen ihr Heim aus Sicherheitsgründen verlassen.

Zahlreiche medizinische Einrichtungen von den PG&E-Abschaltungen betroffen

Allein im Alameda County müssen mehr als 57.000 Haushalte ohne Strom auskommen. Hinzu kommen rund 1.302 medizinische Einrichtungen, welche die Elektroenergie vom Versorger PG&E beziehen. Etwa 1.400 medizinische Einrichtung müssen durch den angekündigten Blackout im Butte County die Notstromaggregate anwerfen. Dort sind rund 19.200 haushalte von den Stromabschaltungen betroffen. Im Calaveras County fehlt in rund 1.370 Arztpraxen und 30.400 Haushalten der normalerweise von PG&E gelieferte Strom. Im Contra Costa County im Norden von Los Angeles ist die Zahl der in Mitleidenschaft gezogenen Stromkunden noch größer. Durch die angekündigten Abschaltungen fällt in knapp 49.000 Haushalten und 1.600 Arztpraxen der Strom aus. Ähnlich sind mit 56.600 Haushalten und knapp 2.800 Arztpraxen die Zahlen aus dem El Dorado County. Im Marin County sind sogar rund 87.000 Haushalte Opfer des zur Vorbeugung gegen weitere Waldbrände in Kraft gesetzten Blackouts.

Der Energieversorger PG&E hat eine spezielle Seite in sieben verschiedenen Sprachen ins Netz gestellt, auf welcher die Bewohner im Umfeld der brennenden Regionen anhand ihrer Adresse prüfen können, ob bei ihnen die Stromversorgung eingestellt wird. PG&E warnt dort explizit davor, dass die aktuellen Blackouts über mehrere Tage andauern können. Bevor der Strom wieder zugeschaltet werden kann, müssen die Leitungswege geprüft werden.

Wie ist die aktuelle Lage bei den Waldbränden in Kalifornien?

Die Lage am Kincade Fire ist derzeit noch sehr brisant, denn die Firefighter konnten in der Nacht keine nennenswerten Fortschritte erzielen. Bisher sind nur reichlich zehn Prozent der Fronten unter Kontrolle. Bis zum Sonntagmorgen vergrößerte sich die brennende Fläche beim Kincade Fire auf mehr als 100 Quadratkilometer. Das Saddle Ridge Fire ist inzwischen fast vollständig unter Kontrolle. Ganz anders ist die Lage beim Tick Fire. Dort gab es zwar deutliche Fortschritte, aber noch frisst sich rund die Hälfte der Flammenfronten unkontrolliert voran. Beim Tick Fire konnten die Evakuierungen in einigen Bereichen bereits aufgehoben werden. So teilte das American Red Cross in der Nacht mit, dass die Notunterkunft in der West Ranch High School geschlossen wurde. Die Notunterkunft im College im Rockwell Canyon bleibt weiterhin geöffnet. Die Mitteilung dazu erfolgte über offiziellen Twitter-Account des lokalen Sheriff-Büros.

Quelle: PG&E, California Department of Forestry & Fire Protection