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Tourismus in Berlin zieht an

Das geht aus den aktuellen Zahlen des ersten Halbjahres 2015 hervor. In den ersten sechs Monaten des Jahres verzeichnete die deutsche Hauptstadt 5,8 Millionen Gäste und 13,8 Millionen Übernachtungen in den Hotels und Pensionen. Gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2014 konnte somit bereits ein Plus von 5,8 Prozent erzielt werden. Wie Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer erklärte, gehört die Stadt damit zu den „weltweit am stärksten wachsenden Metropolen im Tourismusgeschäft“.

Yzer präsentierte die aktuellen Zahlen am Mittwoch zusammen mit Burkhard Kieker, dem Chef der Tourismusorganisation Visit Berlin. Insgesamt sei der Umsatz der Tourismusbranche in Berlin auf zehn bis elf Milliarden Euro pro Jahr angestiegen.

Mehr Auslandsgäste in Berlin

Kieker spricht sogar vom „stärksten Halbjahr aller Zeiten“. Den Erfolg des ersten Halbjahrs 2015 brachten vor allem steigende Zahlen von Touristen aus dem Ausland. Hier wurde ein Wachstum von immerhin 8,5 Prozent verbucht. Insbesondere die Zahlen der Gäste aus dem asiatischen Raum und aus Israel seien stark angestiegen. Bei den Chinesen gab es ein Plus von 30 Prozent, bei den Südkoreanern von knapp 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Zudem sei Berlin in den Top 5 der europäischen Städtereiseziele angelangt. Die deutsche Hauptstadt rangiert auf Platz drei nach London und Paris, konnte aber Rom und Barcelona übertrumpfen. Trotzdem hat die Bundeshauptstadt noch Aufholbedarf, wie der Visit Berlin-Chef erklärte. Er gab an, dass Paris jährlich 700.000 Übernachtungen von Chinesen verbucht, in Berlin seien es aber gerade einmal 22.000.

Deshalb wirbt man in mehr als 50 Ländern für einen Aufenthalt in Berlin. Knapp jeder vierte Besucher der Stadt kam übrigens aufgrund einer Messe oder eines Kongresses nach Berlin. Yzer erklärte in diesem Zusammenhang, dass die Kongressflächen zwar aktuell noch ausreichen würden, langfristig jedoch erhöht werden müssen. Diese zusätzlichen Flächen sollen ihrer Meinung nach vor allem im ICC, im neuen Stadtquartier an der Mühlenstraße in Friedrichshain und im Hotel „Estrel“ in Neukölln geschaffen werden.

Berliner stehen Besuchern positiv gegenüber

Weiter erklärte Kieker, dass es wichtig sei, dass die Berliner die Gäste positiv empfangen. 88 Prozent der Berliner gaben demnach an, dass ihnen Touristen willkommen seien. Darauf ist Yzer besonders stolz, denn solch eine positive Bilanz können nur wenige andere Städte aufweisen. Allerdings gibt es innerhalb Berlins auch Unterschiede in diesem Punkt. In Friedrichshain-Kreuzberg heißen nur 67 Prozent der Anwohner die Gäste willkommen. Grund dafür dürfte der nächtliche Party-Tourismus in diesem Bezirk sein, der den Anwohnern zu schaffen macht. Visit Berlin und der Senat gaben bereits an, verstärkt gegen diesen Party-Tourismus vorgehen zu wollen. Parks und Straßen sollen demnach häufiger gereinigt werden. Zudem will man Berlin im Marketing als Kulturmetropole und „Gesamtkunstwerk“ vorstellen.

Kieker gab zudem an, die Zahl der Ferienwohnungen zu begrenzen. Seiner Meinung nach seien etwa 3.000 bis 4.000 Ferienwohnungen ausreichend. Nach einer aktuellen Erhebung des Bezirksamts Mitte, die in der letzten Woche vorgestellt wurde, ist die Zahl der Ferienwohnungen in Berlin allerdings bereits auf 23.000 angestiegen. Kieker will einen Großteil von ihnen wieder zu klassischen Mietwohnungen machen.

Quelle: Morgenpost