Negativzinsen: Haspa führt Verwahrentgelt ein

Natürlich wäre es seitens der Banken äußerst unklug, die Negativzinsen den Kunden gegenüber auch als solche zu bezeichnen. Die Hamburger Sparkasse, kurz Haspa, hat sich deshalb für die aus der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank resultierenden Negativzinsen die Bezeichnung „Verwahrentgelt“ einfallen lassen. Die Einführung einer solchen Gebühr wurde von der Unternehmenssprecherin Stefanie von Carlsburg in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ offiziell bestätigt. Privatkunden sollen von dem neuen Verwahrentgelt vorerst ausgenommen werden.

Wie hoch fällt das Verwahrentgelt der Haspa für Firmenkunden aus?

Konkrete Angaben machte Stefanie von Carlsburg dazu in dem Interview nicht. Sie sprach wörtlich von einer Höhe, die sich am „individuellen Geschäftsumfang“ der Kunden richten würde. Die Redaktion des Onlinemagazins „Focus“ hakte nach und bekam die Auskunft, dass bei der Berechnung des Verwahrentgelts die individuelle Anlagenhöhe mit berücksichtigt wird. Die wahrscheinliche Konsequenz lautet: Je höher die Guthaben bei der Haspa sind, umso höher fällt auch das Verwahrentgelt auf.

Haspa zahlt (noch) Guthabenzinsen für Privatkunden

Privatkunden sollen derzeit noch nicht zur Kasse gebeten werden. Hier gehört die Haspa zu den wenigen Banken, die momentan sogar noch einen verschwindend geringen Satz von 0,03 Prozent Zinsen auf die Guthaben auf dem „Sparbuch für Hamburg“ zahlen. Wie lange es diesen noch geben wird, ist ungewiss. Haspa-Kunden sollten deshalb die Verlautbarungen des Unternehmens verfolgen, um ihre Guthaben rechtzeitig vom Sparbuch auf Festgeldkonten umzulagern. Dort droht bei der Haspa zumindest Privatkunden aktuell keine Gefahr durch Negativzinsen.

Wissenswerte Eckdaten zur Haspa

Die Hamburger Sparkasse agiert in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft. Sie betreibt rund 150 Filialen, in denen die Kunden von etwa 5.000 Mitarbeitern betreut werden. Die Haspa besteht bereits seit dem Jahr 1827 und nimmt unter den deutschen Sparkassen mit einer Bilanzsumme von knapp 42 Millionen Euro den Spitzenplatz ein. Sie gehört dem Hanseatischen Sparkassen – und Giroverband sowie dem Verband der Deutschen Freien Öffentlichen Sparkassen an.

Quelle: FAZ, Focus