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Kraftstoffpreise: 2022 ist das teuerste Jahr aller Zeiten für Autofahrer

black modern car refueling with benzine on gas station

Noch nie waren in den letzten 70 Jahren die Kraftstoffpreise so hoch wie 2022. Das ist kein Gefühl, sondern ein bewiesener Fakt.

Autofahrer mussten an den Tankstellen in Deutschland beim Bezahlen von Diesel und Benzin noch nie so tief in die Tasche greifen wie in diesem Jahr. Das geht aus Daten hervor, die der ADAC rund um die Kraftstoffpreise 2022 veröffentlicht hat. Die bisherigen Rekordpreise aus dem Jahr 2012 (durchschnittlicher Preis über das ganze Jahr hinweg) würden auch dann 2022 nicht unterschritten, wenn alle Tankstellen ab sofort bis zum Jahreswechsel Diesel und Benzin gratis abgeben würden.

Einen so großen Preissprung wie 2022 gab es beim Kraftstoff noch nie

Zum Jahresende 2021 lag der Benzinpreis (Super E10) noch bei knapp 1,61 Euro pro Liter. Der Diesel brachte es auf rund 1,52 Euro pro Liter. Bis Anfang Februar stiegen die durchschnittlichen Literpreise bei beiden Kraftstoffarten um rund 15 Cent. Von Februar zu März 2022 fielen die Steigerungen besonders drastisch aus. Super E10 kletterte von rund 1,74 Euro binnen eines Monats auf rund 2,07 Euro pro Liter. Diesel kostete im Februar durchschnittlich 1,66 Euro. Im März 2022 mussten die Kundinnen und Kunden der Tankstellen im Schnitt 2,14 Euro pro Liter Tankfüllung bezahlen.
Kräftige Preissteigerungen gab es auch bereits in der Vergangenheit. Allerdings vollzogen sie sich noch nie innerhalb eines so kurzen Zeitraums wie im aktuellen Jahr. Phasen drastischer Preisanstiege zeigten sich zwischen 1971 und 1974 sowie zwischen 1978 und 1981. Größere Preisgefälle gab es beispielsweise von 2008 auf 2009 insbesondere bei Diesel durch die Weltwirtschaftskrise und 2019 auf 2020 bei Diesel und Benzin durch die Coronakrise.

Sind Kraftstoffe in Deutschland am teuersten?

Die Antwort darauf liefert ebenfalls der ADAC in seinem Ratgeber zum Tanken im Urlaub. Danach war Benzin Super E10 im Oktober 2022 in Dänemark mit einem Schnitt von 2,07 Euro pro Liter am teuersten. Außerdem platzierten sich Griechenland mit 2,04 Euro und die Niederlande mit 2,01 Euro auf den Spitzenplätzen der europäischen Länder mit den höchsten Benzinpreisen. Deutschland landete dort auf dem 6. Platz. Das europäische Land mit dem Spitzenwert beim Dieselpreis war zeitgleich Schweden mit 2,54 Euro pro Liter. Bei diesen Angaben bleibt der in einigen Ländern zeitweise gewährte Tankrabatt unberücksichtigt. Ungarn gewährte ihn zudem ausschließlich für die Fahrer/-innen von Fahrzeugen mit einheimischen Kennzeichen. Das Fazit lautet also, dass die Kraftstoffe in Deutschland nicht am teuersten waren und sind.

Wie lauten die Prognosen des ADAC zur Entwicklung der Kraftstoffpreise?

Wer Fahrzeuge mit einem Dieselmotor nutzt, darf auch eine schnelle Entspannung der Preise nicht hoffen. Die Gründe liegen in den Folgen der aktuellen Gaskrise. Bei Diesel ist die Nachfrage derzeit überdurchschnittlich hoch, weil Vorräte für den Betrieb von Notstromaggregaten angelegt werden. Viele Industrieunternehmen ersetzen Gas für die Erzeugung von Prozesswärme durch Diesel. Bei der Entwicklung der Benzinpreise könnte sich der Wettbewerb positiv auswirken. Entsprechenden Spielraum gäbe es, weil die Börsenpreise für Erdöl die aktuelle Höhe der Kraftstoffpreise nicht rechtfertigen. Ein nicht berechenbarer Faktor ist die OPEC, die Hoffnungen auf eine Normalisierung der Kraftstoffpreise mit kräftigen Drosselungen der Förderquoten zunichtemachen könnte.

Quelle: ADAC, Börse Frankfurt