Fälle von Affenpocken in Großbritannien festgestellt

In Großbritannien werden in zwei Krankenhäusern Patienten mit Affenpocken behandelt. Diese Erkrankung ist zuvor in Großbritannien noch nicht aufgetreten.

Bisher sind die Affenpocken in Großbritannien noch niemals aufgetreten. Deshalb wird jetzt sehr genau untersucht, wie es dazu kommen konnte. Nach den aktuellen Erkenntnissen gibt es keine Hinweise darauf, dass sich die Patienten gegenseitig angesteckt haben könnten. Sie hatten zueinander keinen Kontakt.

Wie ist die konkrete Lage bei den Affenpocken in Großbritannien?

Eine Ansteckung in Großbritannien konnte ebenfalls bei den Patienten ausgeschlossen werden. Allerdings gibt es dennoch eine Gemeinsamkeit. Alle Betroffenen waren kurz vor dem Ausbruch der Affenpocken (im Englischen Mokeypox genannt) in Nigeria gewesen. Dort tritt diese von verschiedenen Tieren auf den Menschen übertragbare Krankheit häufig auf. Nach den Angaben von Public Health England werden die Patienten auf Isolierstationen in Cornwall und im Universitätskrankenhaus in Liverpool behandelt. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nur bei sehr intensiven Körperkontakten möglich. Das Risiko einer Epidemie ist also äußerst gering. Dennoch kontaktieren die Gesundheitsbehörden derzeit alle Personen, die mit den Patienten in jüngster Zeit Kontakt hatten. Dazu gehören auch die Passagiere, die mit den Patienten aus Nigeria nach Großbritannien geflogen sind.

Was sollte man über die Affenpocken wissen?

Als Erreger der Affenpocken wurde das Virus Orthopoxvirus simiae ausgemacht, welches sich zu den Pockenviren zählt. Im ICD-10-Standard der Weltgesundheitsorganisation wurde die Erkrankung mit der Kennung B04 klassifiziert. Die ersten Symptome treten zwischen ein und drei Wochen nach der Infektion auf. Beim Menschen gehören zu den Symptomen plötzlich einsetzendes Fieber sowie punktuelle Pusteln oder ein großflächiger Ausschlag. Teilweise gibt es schwere Verläufe, jedoch gilt die Erkrankung inzwischen als gut behandelbar. Die Sterblichkeitsrate liegt inzwischen in hoch entwickelten Industrieländern bei einem Prozent.

Die forschenden Wissenschaftler gehen mittlerweile davon aus, dass die namensgebenden Affen ein Fehlwirt sind. Die eigentlichen Virusträger sind Ratten, verschiedene Hörnchenarten und andere Nagetiere. In Deutschland ist diese Erkrankung sowohl bei Tieren als auch beim Menschen meldepflichtig. Die Pockenschutzimpfung scheint den Menschen auch vor den Affenpocken zu schützen. Das legt die Tatsache nahe, dass im afrikanischen Kongo nach der Einstellung der Pockenschutzimpfung im Jahr 1980 die Zahl der Patienten mit Affenpocken rasant angestiegen ist.

Quelle: Public Health England