Alltagsmagazin.de

News und Tipps aus allen Lebensbereichen

Ebola – die Probleme mit der Seuche wachsen

Inzwischen ist nicht mehr nur die rasante Verbreitung von Ebola ein Problem, das die Gesundheits- und Verkehrsministerien beschäftigt. In einigen Regionen der Welt tun sich neue Sorgen auf: Wohin mit den kontaminierten Abfällen? Sie müssen so entsorgt werden, dass die Erreger komplett vernichtet werden. Das gestaltet sich regional als ziemlich schwierig.

Was müsste mit dem von Ebola verseuchten Abfällen geschehen?

Die Menge an Müll, der mit Ebola kontaminiert sein könnte, ist gewaltig. Mehr als 400 Liter Abfälle fallen pro Tag bei der Betreuung eines einzigen Patienten an. Die Menge scheint auf den ersten Blick etwas hoch geschätzt, doch man sollte bedenken, dass es nicht nur Handschuhe und medizinische Instrumente sind. Auch die Bettwäsche und sämtliche anderen textilen Gegenstände aus der Isolierstation müssen ausgetauscht werden. Hinzu kommen Matratzen und die Schutzkleidung des medizinischen Personals. Verpackungen, Sichtschutzvorhänge und Geschirr vergrößern die möglicherweise mit Ebola kontaminierte Müllmenge noch zusätzlich. All diese Dinge müssten unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen verbrannt werden, um die Erreger bei Temperaturen von über 1.500 Grad Celsius zuverlässig zu vernichten.

Warum ergeben sich aus dem mit Ebola kontaminierten Abfall Probleme?

Die Abfälle können nicht einfach in die nächste Müllverbrennungsanlage kommen und dort mit anderem Müll gemischt werden. Sie müssen in luftdicht verschlossenen Behältern direkt in die Brennkammer. Das stellt für die Krankenhäuser und die Entsorgungsunternehmen eine fast unlösbare logistische Herausforderung dar. Hinzu kommt, dass in vielen Regionen der Welt die Müllverbrennung verboten ist. Mit diesem Problem kämpfen derzeit die amerikanischen Krankenhäuser. Dort darf der mit Ebola kontaminierte Müll in acht Bundesstaaten nicht verbrannt werden. In anderen Bundesstaaten ist zwar die Müllverbrennung an sich erlaubt, aber die Behörden sperren sich gegen die Verbrennung von gefährlichen Abfällen aus den Isolierstationen, in den Patienten mit Ebola behandelt werden. Von diesen Verboten ist beispielsweise die St. Louis Stericycle Inc. betroffen, die auf die Entsorgung von Krankenhäusern spezialisiert ist und das größte Unternehmen dieser Art in den gesamten Vereinigten Staaten ist.

Durch die Entsorgungsprobleme wird die Angst vor Ebola geschürt

Mit Ebola kontaminierter Abfall gehört zu den Klasse A-Gefahrgütern. Dazu zählen alle Materialien, die beim Menschen bleibende Schäden oder den Tod herbeiführen können. Für derartige Transporte über öffentliche Straßen sind besondere Genehmigungen erforderlich. Die dabei möglicherweise notwendigen Transporte über große Distanzen beschäftigen bereits erste Umweltschutzorganisationen. Wenn sie ihre Kritik öffentlich machen, dürfte die Angst der breiten Bevölkerung vor Ebola einen kräftigen Schub bekommen. Doch genau das sollte verhindert werden, denn eine Massenpanik bewirkt das Gegenteil dessen, was die Gesundheitsbehörden wollen.

Es gibt auch ganz banale Probleme mit Ebola

Das mit Ebola kontaminierte Material könnte auch mit chemischen Mitteln behandelt und unschädlich gemacht werden. Doch dabei ergeben sich ebenfalls Probleme, da sich der Einsatz einiger dieser Chemikalien mit den Bestimmungen zum Gesundheits- und Arbeitsschutz nicht vereinbaren lässt. Die chemische Desinfektion wäre beispielsweise in den Toiletten und Abwassersystemen notwendig, in die der Kot und der Urin von Patienten mit Ebola gelangen. Die Frage, ob davon ebenfalls eine Infektionsgefahr ausgeht, scheint derzeit noch nicht abschließend geklärt zu sein, obwohl die Experten der CDC Entwarnung gegeben haben. Sie sind darüber hinaus der Meinung, dass auch die Behörden der Bundesländer ihr Verbot der Verbrennung der Krankenhausabfälle noch einmal überdenken sollen.