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Case A2/2020/2034: Ein weiterer Rückschlag für Johnny Depp

The illuminated Tower Bridge at night

Auch die zweite Runde vor den Gerichten in London haben Johnny Depp und seine Anwälte verloren. Das steht seit dem 25. März 2021 fest.

Erneut musste sich der Royal Courts of Justice in London mit dem Fall Johnny Depp versus “The Sun” beschäftigen. Am 25. März 2021 erging ein Gerichtsbeschluss, nach dem eine Berufung gegen das am 2. November 2020 gefällte Urteil zu Gunsten von „The Sun“ für nicht zulässig erklärt wurde. Damit ist dieses Urteil rechtskräftig und der Schauspieler und Sänger muss eine herbe Niederlage einstecken, die noch nicht der letzte Akt im Rosenkrieg zwischen ihm und seiner Ex-Frau Amber Heard ist. Bei den amerikanischen Gerichten ist aktuell noch ein Verfahren anhängig, in dem geklärt werden muss, ob es sich bei den in der Washington Post 2018 veröffentlichten Zitaten von Amber Heard um Verleumdungen handelt oder nicht. Die Verhandlungen zur Schadenersatzklage mit einer Forderung von 50 Millionen Dollar finden nach der aktuellen Terminierung erst im April 2022 statt.

Wie haben Johnny Depp und seine Anwälte die Berufung begründet?

Der Schauspieler und seine Anwalt Andrew Caldecott verweisen darauf, dass das Gericht einigte Fakten nicht ausreichend gewürdigt hätte. Dazu gehört beispielsweise das bisher nicht eingehaltene Versprechen von Amber Heard, die ihm Rahmen der Scheidung erhaltenen Zahlungen komplett für gemeinnützige Zwecke zu spenden. Von den 7 Millionen Dollar sind bisher nach den Angaben in der Randnummer 39 des Gerichtsbeschlusses lediglich Zahlungen in einer Gesamthöhe von 550.000 US-Dollar als Spenden nachgewiesen. 100.000 Dollar gingen an ein Kinderkrankenhaus in Los Angeles und 450.000 Dollar an die American Civil Liberties Union (ACLU), eine 1920 gegründete Organisation, die sich für die Erhaltung individueller Rechte und Freiheiten einsetzt. Trotz dieser Beweislage hatte Amber Heard in den Anhörungen im Verfahren wörtlich ausgesagt, dass sie „had given the sum away“, also die gesamte Summe bereits gespendet hätte.

Wie bewertet das Gericht diese Falschaussage?

Johnny Depps Anwälte sehen diesen Widerspruch als Beweis dafür an, dass Amber Heard den Schauspieler lediglich aus rein finanziellen Interessen heraus überhaupt geheiratet habe. Außerdem hätte sie sich mit der Spendenzusage als „Gutmensch“ darstellen wollen. Das die mehrheitliche Zahlung an die American Civil Liberties Union ging, sollte ihre Behauptung unterstützen, zum Opfer häuslicher Gewalt geworden zu sein. Heards Anwälte hielten dagegen mit der Angabe, dass die Spenden über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg verteilt werden sollen. Die mit dem Berufungsantrag befassten Richter leiteten letztlich aus der Falschaussage der Ex-Frau von Johnny Depp keinen Einfluss auf den Ausgang des 2020 abgeschlossenen Verfahrens ab. Sie berufen sich darauf, dass es nicht um den Wahrheitsgehalt dieser Angaben ging, sondern ausschließlich die Frage zu klären war, ob es häusliche Gewalt gab oder nicht. Dabei kam das Gericht zu dem Schluss, dass die vorgelegten Beweise ausreichen, obwohl sich Amber Heard auch bei der Befragung in einige Widersprüche verwickelte. Auch sei im 2020er Urteil bereits berücksichtigt worden, dass Johnny Depps Ex-Frau zu erheblichen Übertreibungen neigt.

Quelle: Royal Courts of Justice (London) Case No: A2/2020/2034