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Die Zukunft der Fahrradmitnahme im ÖPNV

Für viele Berufspendler und auch die Ausflugswilligen ist es eine gute Sache, dass in S-Bahnen, U-Bahnen und Regionalzügen Fahrräder mitgenommen werden können. Doch andere Reisende fühlen sich davon häufig gestört. Die ersten Verkehrsbetriebe haben nun klar Stellung bezogen und in Pressestatements mitgeteilt, dass die großzügigen Regelungen zu Fahrradmitnahme im ÖPNV in vollem Umfang erhalten bleiben sollen. Zu denjenigen, die diesen Standpunkt klar gemacht haben, gehören der Verkehrsverbund unisono aus Berlin und Brandenburg, die Deutsche Bahn sowie die BVG. Sie sagten klar und deutlich, dass es künftig auch keine Sperrfrist für die Fahrradmitnahme im ÖPNV geben soll.

Was muss bei der Fahrradmitnahme im ÖPNV beachtet werden?

In den Nutzungsbestimmungen der meisten Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel ist eine Klausel verankert, nach der die Fahrradmitnahme im ÖPNV nur dann möglich ist, wenn die vorhandenen Kapazitäten das hergeben. Das bedeutet, dass Rollstuhlfahrer und Familien mit Kinderwagen den Platz in den Mehrzweckabteilen der S-Bahnen und Regionalzüge bevorzugt nutzen dürfen. Das könnte im Ernstfall die Konsequenz haben, dass ein Passagier mit Fahrrad aussteigen und auf den nächsten Zug warten muss, wenn Passagiere im Rollstuhl oder mit Kinderwagen zusteigen möchten und der vorhandene Platz nicht ausreicht. Dabei eventuell auftretende Konflikte sollen vom Zugpersonal geklärt werden. Um Klarheit bei den Fahrgästen zu schaffen, soll nun die Beschilderung der Mehrzweckabteile verbessert werden.

Einige ÖPNV-Betriebe schaffen auf andere Weise Abhilfe

Als sehr vorbildlich erweist sich der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, oder kurz VBB. Er betreibt in seinem Zuständigkeitsbereich nach den Statistiken des Jahres 2013 zehn U-Bahn-Linien, 15 S-Bahn-Linien sowie 43 Regionalzuglinien. Auf den viel genutzten Strecken Stralsund-Schwedt-Elsterwerda sowie Rostock/Stralsund – Falkenberg/Wittenberg soll die Fahrradmitnahme im ÖPNV künftig über zusätzliche Wagen mit spezieller Bestuhlung für Radfahrer erleichtert werden. Noch wurden nicht alle dafür benötigten Spezialwaggons geliefert, der VBB ist sich aber sicher, dass sie zur sommerlichen Hochsaison alle zur Verfügung stehen werden. In Berlin war ein Versuch mit einem speziellen Fahrradzug von der Innenstadt zum Naherholungsgebiet Waansee gestartet worden. Aufgrund der geringen Auslastung wurde der Fahrradzug aber schnell wieder vom Fahrplan genommen. Bei der Nutzung der U-Bahn-Linien in Berlin wird von der Fahrradmitnahme im ÖPNV abgeraten. Als Begründung gibt die Betreibergesellschaft die geringe Breite der U-Bahn-Wagen an.

Quelle: Tagesspiegel

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