Wie ist es um die Sicherheit deutscher Reisebusse bestellt?

Dieser Frage ging jetzt der TÜV-Verband nach. Am Freitag veröffentlichte er eine entsprechende Mitteilung, aus der hervorgeht, dass die meisten Reise- und Linienbusse, die täglich in Deutschland verkehren, sicher sind – zumindest aus technischer Sicht. So hieß es in der Mitteilung, dass vier von fünf Bussen die TÜV-Prüfung auf Anhieb überstanden. Doch es ist eine Verschlechterung zu bemerken. Der Anteil der Busse, die die Prüfung sofort bestand, sank von 81,8 Prozent ein Jahr zuvor auf nur noch 81,4 Prozent.

Mängel bei Bussen selten

Die jüngste Auswertung bezieht sich auf die Jahre 2013 und 2014. 66,9 Prozent der untersuchten Busse waren komplett mängelfrei, 14,5 Prozent wiesen nur geringe Mängel auf. Dem gegenüber stehen aber auch 18,5 Prozent der Busse, die mit erheblichen Mängeln zur TÜV-Prüfung antraten und ein zweites Mal vorgestellt werden mussten.

Als verkehrsunsicher beurteilten die TÜV-Prüfer nur 0,1 Prozent der Busse. Diese mussten sofort stillgelegt werden. Gut 50.000 Hauptuntersuchungen von Reise- und Linienbussen wurden für den aktuellen Bericht analysiert. Am häufigsten ergaben sich Mängel bei der Beleuchtung der Busse. Ebenfalls recht weit verbreitet war ein Ölverlust. Busse, die mehr als acht Sitzplätze bieten, müssen übrigens jährlich beim TÜV vorgestellt werden.

Halten sich Busfahrer an gesetzliche Vorgaben?

Der Gesetzgeber schreibt für Busse vor, dass vor jedem Fahrtantritt ein Sicherheitscheck durchgeführt werden muss. Verantwortlich dafür ist der jeweilige Busfahrer. Aufgrund der Vielzahl an Mängeln bei der Beleuchtung ist aber anzunehmen, dass die Busfahrer sich nicht immer an diese Vorgaben halten oder die Prüfung nicht gründlich genug durchführen.

Klaus Brüggemann, Präsidiumsmitglied im TÜV-Verband, erklärte in Berlin, dass der Bus statistisch betrachtet das sicherste Verkehrsmittel sei. Insbesondere zeige sich dies beim direkten Vergleich mit anderen Verkehrsmitteln. So wiesen bei den untersuchten Pkw 23,5 Prozent erhebliche Mängel auf, bei den Nutzfahrzeugen sogar 25,3 Prozent.

Bei den Kleintransportern bis 3,5 Tonnen lag der Anteil an Fahrzeugen mit erheblichen Mängeln sogar bei 26 Prozent. Überschritten wurde dieser noch von den Transportern mit 7,5 bis 18 Tonnen Gewicht. Hier stellte der TÜV in 26,9 Prozent der Fälle erhebliche Mängel fest. Bei den besonders schweren LKW ab 18 Tonnen lag die Mängelquote dagegen nur bei 21,8 Prozent.

Der TÜV-Verband erklärt das recht gute Abschneiden der schweren LKW mit einer strengeren Sicherheitsphilosophie, die auch schon aus wirtschaftlichen Gründen Sinn macht. Grund dafür: Bleiben solche LKW während der Fahrt liegen, kostet das die Spedition viel Geld.

Quelle: Morgenpost