Mit dem Anstieg der Temperaturen im Frühjahr ist eine Vermehrung und Aktivierung der Zecken verbunden. Sie verbreiten sowohl die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz FSME) als auch der Borreliose. In beiden Fällen handelt es sich um gefährliche Erkrankungen. Eine Impfung gegen FSME steht schon seit längerer Zeit zur Verfügung. Eine
Studie zur Borreliose-Impfstoff befindet sich in der Endphase
Die unter dem Titel „Vaccine Against Lyme for Outdoor Recreationists“ (kurz VALOR) laufende Studie wurde als Gemeinschaftsprojekt des amerikanischen Unternehmens Pfizer und der französischen Phamafirma Valneva im August 2022 gestartet. In der National Library of Medicine der US-Regierung wird sie unter der Registriernummer NCT05477524 geführt. An der Studie nahmen rund 9.400 Personen aus mehreren US-Bundesstaaten sowie aus Kanada, Finnland, Deutschland, den Niederlanden, Polen und Schweden teil. Die Probandinnen und Probanden aus Deutschland wurden in Arztpraxen in Mainz und Leipzig betreut. Der getestete Impfstoff LB6V (vormals als VLA15 bezeichnet) wurde in 4 Dosen verabreicht. Dabei gab es etwa 2 Monate nach der Erstimpfung die zweite Dosis. Die dritte Dosis wurde 5 bis 9 Monate nach der Erstimpfung gegeben. Zudem erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie ein Jahr später eine Auffrischung. Die bisher ermittelten Ergebnisse machen Hoffnung, denn die mit dem echten Serum versorgten Teilnehmer wiesen im Überwachungszeitraum etwa 73 Prozent weniger Borreliosefälle auf als die Gruppen, denen ein Placebo verabreicht wurde.
Welche Bedeutung hat ein Impfstoff gegen Borreliose?
Die Lyme-Borreliose war im ICD-10-Code mit der Kennung A69.2 enthalten. Mit der Einführung des ICD-11-Codes erhielt die Erkrankung einen eigenen Abschnitt, der mit 1C1G gekennzeichnet ist. Erreger der Lyme-Borreliose ist das Bakterium Borrelia burgdorferi. Es kann eine Vielzahl von Symptomen auslösen, da ein Befall aller Gewebearten und Organe des Menschen möglich ist. Die Infektionsgefahr sollte nicht unterschätzt werden, weil bei Zeckenbissen eine 1-prozentige Wahrscheinlichkeit besteht, sich mit einer Borreliose zu infizieren. Wird die Infektion nicht zeitnah diagnostiziert und behandelt, steigt das Risiko chronisch verlaufender Schäden. Besonders häufig kommt es mit einem Anteil von 5 Prozent zu einer Lyme-Arthritis. Im fortgeschrittenen Stadium ist in der Regel nur eine symptomatische Behandlung möglich, weil sich die Erreger durch einen Biofilm vor einem Kontakt mit Antibiotika schützen können. Dadurch ist die Erfolgsquote einer ursächlichen Behandlung im Spätstadium deutlich niedriger als bei der Verabreichung von Antibiotika im Frühstadium.
Quelle: National Library of Medicine, RKI, Pfizer

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