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Sommer 2022: Wenn große Flüsse zu kleinen Bächen werden

Dry river

Vor allem der Südosten Deutschlands leidet im Sommer 2022 unter den Folgen von Trockenheit. Nach einer Entspannung der Lage sieht es aktuell nicht aus.

Inzwischen haben die Feuerwehren erhebliche Fortschritte bei der Bekämpfung der Waldbrände im Naturpark Sächsische Schweiz gemeldet. Allerdings sieht es derzeit nur nach einer kurzen Atempause für die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren aus. Die Trockenheit und Hitze im Sommer 2022 sind noch längst nicht zu Ende. Im Laufe der Kalenderwochen 32 und 33 nehmen die Risiken für Feld- und Waldbrände noch einmal deutlich zu. Dabei werden die Feuerwehren vor einem weiteren Problem stehen. Es wird immer schwieriger, Löschwasser aus Flüssen zu beschaffen.

Viele Flüsse in Sachsen führen extremes Niedrigwasser

Die Hydrologin Petra Walther ist für das Sächsische Umweltlandesamt tätig. Sie bestätigte in einem Statement gegenüber der Nachrichtenagentur DPA, dass einzelne Flüsse in Sachsen bereits fast vollständig ausgetrocknet sind. Betroffen von diesem Schicksal ist beispielsweise die Schwarze Elster. Sie transportierte am Montagmorgen (8. August 2022) am Pegel Neuwiese gerade einmal noch rund 5 Liter pro Sekunde. Normal wäre eine Durchflussmenge von knapp 3.000 Litern pro Sekunde. Die Große Röder bei Raschütz transportierte zeitgleich gerade einmal rund ein Zehntel der normalen Wassermengen. An der Vereinigten Mulde am Pegel Bad Düben sieht es nicht viel anders aus. Normalerweise transportiert die Vereinigte Mulde an diese Stelle rund 60 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Am Montagmorgen wurden nur noch 10 Kubikmeter gemessen. Noch etwas besser ist die Lage an der Elbe. Hier fehlt am Pegel Schmilka aktuell ein reichliches Drittel der für diese Jahreszeit normalen Wassermenge. Allerdings sind hier Besonderheiten zu beachten, die im Zusammenhang mit einer gezielten Bereitstellung von Flusswasser als Löschwasser für die Waldbrände in der Böhmischen und Sächsischen Schweiz stehen.

Hydrologin warnt vor einer Verschärfung der Situation an Flüssen in Sachsen

Petra Walther wies in ihrem Statement darauf hin, dass weitere Flüsse in Sachsen austrocknen könnten. Das Problem ist, dass auch heftige Gewitterschauer nur eine kurzzeitige Entspannung bei den Flusspegeln bringen. Ein Blick auf die Prognosen des Deutschen Wetterdienst macht den Ernst der Lage deutlich. Im Laufe der Woche steigen die Temperaturen kontinuierlich an und sollen in Ostsachsen ab dem Wochenende (13./14. August 2022) für mindestens eine Woche bei 30 Grad Celsius und mehr liegen. Lediglich für den kommenden Sonntag wird (Stand 8. August 2022 um 8:00 Uhr) eine geringe Wahrscheinlichkeit kleinerer Regenschauer prognostiziert. Sie dürfen jedoch so minimal ausfallen, dass sie nicht einmal der sprichwörtliche „Tropfen auf dem heißen Stein“ sein werden. Das heißt, die Pegel der Flüsse in Sachsen werden in den nächsten Tagen weiter fallen. Es bleibt nach den Angaben der Warnseite des DWD in den nächsten Tagen in Brandenburg und Sachsen großflächig bei den Waldbrandwarnstufen 4 und 5. Viele Kommunen werden deshalb auch die Betretungsverbote für ihre Stadtwälder aufrechterhalten.

Quelle: Landeshochwasserzentrum Sachsen, DWD