#MeToo-Demonstration in Hollywood

In Hollywood haben sich einige Hundert Menschen mit T-Shirts und Plakaten mit dem Aufdruck #MeToo zu einer Demonstration auf die Straße begeben und somit die Sexismus-Debatte aus den Medien auf die Straße gebracht.

#MeToo-Demo über Hollywood-Boulevard

Die #MeToo-Demonstranten sahen sich als Opfer sexueller Übergriffe und protestierten bei ihrem Marsch über den Hollywood-Boulevard gegen sexuelle Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz. Allerdings kamen nur wenige Promis zu der Demonstration.

TV-Journalistin Lauren Sivan rief den Teilnehmern zu „Ihr seid alle mutig“, wie aus einem Bericht der „Los Angeles Times“ hervorgeht. Sivan selbst gehört zu den Frauen, die die Debatte rund um Hollywood-Mogul Harvey Weinstein ins Rollen gebracht hatte. Dabei ging es um sexuelle Belästigung bis hin zu Vergewaltigung. Sivan führte die Demonstration mit dem Sprechchor „keine Geheimnisse mehr, keine Lügen, kein erkauftes Schweigen“ an.

Nachdem der Skandal um Hollywood-Legende Harvey Weinstein angestoßen war, kam es zu einer ganzen Reihe von Anschuldigungen auch gegen andere Hollywood-Größen, darunter etwa Kevin Spacey, Komiker Louis C.K. oder Regisseur Brett Ratner.

Unter dem Hastag #MeToo meldeten sich zudem zahlreiche Frauen in mehreren Ländern, die ebenfalls von sexuellen Übergriffen berichteten, in der Unterhaltungsindustrie, ebenso wie im Sport, in der Politik und im alltäglichen Leben.

Öffentliche Debatte ermutigt zu eigenen Angaben

Die öffentliche Debatte rund um den Sexskandal ermutigte zudem viele Menschen dazu, von ihren eigenen Erlebnissen zu berichten. Viele der Teilnehmer an der #MeToo-Demonstration wurden ebenfalls erst durch die öffentlichen Berichte über sexuelle Übergriffe dazu animiert, ihre Geschichte zu erzählen. Eine 15-Jährige sagte dazu, dass auch sie ihre Geschichte habe und sich an der #MeToo-Bewegung beteiligen wolle, „damit das alles nicht einfach so weitergeht“.

Eine 52-jährige Demonstrantin trug ein Schild mit der Aufschrift „Ich war 7“. Sie erklärte, dass sie viel zu lange geschwiegen hätte und viele Menschen ihre Erfahrungen in dieser Beziehung über Jahre mit sich herumtragen.

Zu den wenigen Promis, die sich an der Demo beteiligten, gehörten die Schauspielerin Frances Fisher und die afroamerikanische Aktivistin Tarana Burke. Sie hatte den „#MeToo“-Slogan ins Leben gerufen, der von Schauspielerin Alyssa Milano, bekannt aus „Wer ist hier der Boss?“ und „Charmed – Zauberhafte Hexen“, aufgegriffen und weltweit verbreitet worden war.

Burke erklärte, dass sexuelle Übergriffe überall vorkommen könnten. In Hollywood seien durch die Debatten zwar Tür und Tor für die Bewegung an sich geöffnet worden, allerdings sei dies erst der Anfang und die Bewegung werde sich weltweit durchsetzen. Trotzdem waren bei der Demo nur etwa 200 bis 300 Teilnehmer zugegen und damit weit weniger als ursprünglich erhofft. An anderen Orten waren ähnliche Demos, etwa in Frankreich, ebenfalls unter dem Hashtag #MeToo, durchgeführt worden.

Quelle: dpa