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Mehr Medizinstudienplätze gefordert

Dr Höppner München

Aus Angst vor einem Fachkräftemangel fordert die Standesvertretung der Ärzte, mehr Medizinstudienplätze zu schaffen. In den kommenden Jahren werden rund 90.000 Ärzte und Ärztinnen in den Ruhestand gehen, um diesen Weggang aus dem Beruf auszugleichen, müssten die Studienplätze für Mediziner um rund zehn Prozent ausgebaut werden.

In diesem Zusammenhang hat der Ärzteverband Marburger Bund vor den Folgen einer „Ruhestandswelle“ in der Ärzteschaft gewarnt. Aktuell sind rund 54.000 Ärztinnen und Ärzte laut Bundesärztekammer zwischen 60 und 65 Jahren alt. Weitere 35.500 Ärztinnen und Ärzte sind sogar älter als 65.

90.000 Ärzte scheiden aus Berufsleben aus

Laut Verbandschefin Susanne Johna werden in nächster Zeit rund 90.000 Fachkräfte altersbedingt aus dem Beruf ausscheiden. Das sind rund 22 Prozent der berufstätigen Ärzte in Klinik und Praxis. Vor diesem Hintergrund fordert Johna, die Medizinstudienplätze um wenigstens zehn Prozent auszubauen. Diese Maßnahme gehört laut Johna „ganz oben auf die politische Agenda“.

Johna erklärte, man brauche dringend mehr ärztlichen Nachwuchs, um die Verrentung der Babyboomer-Generation wenigstens teilweise ausgleichen zu können.

Über den Marburger Bund

Der Marburger Bund gilt als Verband aller angestellten und verbeamteten Ärztinnen und Ärzte. Er zählt rund 131.000 Mitglieder und ist der größte deutsche Ärzteverband. Gleichzeitig stellt er die einzige Ärztegewerkschaft in Deutschland dar.

Am vergangenen Wochenende trafen sich die 230 Delegierten des Marburger Bundes zum Auftakt ihrer Hauptversammlung in Bremen. Diese findet wenige Tage vor dem Ärztetag in Bremen statt. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wird am Dienstag zum Ärztetag erwartet.

Quelle: dpa