Klimawandel: Wie stark sind die deutschen Wälder gefährdet?

Die Frage war eines der Kernthemen einer Anfrage von Bündis90/Die Grünen an die Bundesregierung. Inzwischen liegt eine Antwort der Bundesregierung zur Gefährdung der Wälder in Deutschland vor.

Danach übersteigt die Gefährdung der Wälder in Deutschland im Jahr 2019 jetzt schon den langjährigen Durchschnitt. Das betrifft insbesondere das Aufkommen an Schadholz. Rund 13 Millionen Kubikmeter Schadholz fielen bereits in den ersten drei Monaten an. Eine der Ursachen war eine Serie von Sturmtiefs, die im Tief „Eberhard“ gipfelte.

Was hat den Wäldern in Deutschland in den letzten Jahrzehnten hart zugesetzt?

In der Statistik der Waldschäden in Deutschland landet das Dürrejahr 2018 bei der Betrachtung der letzten vier Jahrzehnte auf dem vierten Platz. Durch die anhaltenden Dürre, die überdurchschnittlich großen Zahl von Borkenkäfern und das Sturmtief „Friederike“ im Januar 2018 fielen rund 32,4 Millionen Kubikmeter Schadholz an. Auf dem dritten Platz der Rangliste der bedeutendsten Schadensjahre für die deutschen Waldbestände landet das Jahr 1999 mit rund 35 Millionen Kubikmetern Schadholz. Die Hauptursache dafür war das Sturmtief „Lothar“. Das Sturmtief „Kyrill“ sorgte dafür, dass das Jahr 2007 mit 37,5 Millionen Kubikmetern Schadholz auf dem 2. Platz landet. Noch schlimmer war in den letzten vier Jahrzehnten lediglich das Jahr 1990. Damals sorgte das Sturmtief „Vivien“ dafür, dass insgesamt 75,4 Millionen Kubikmeter Schadholz anfielen. An diesen Zahlen wird deutlich, dass es vor allem Großwetterereignisse sind, die den Wäldern in Deutschland Schaden zufügen.

Wie entwickelte sich die Schadensbilanz bei Waldbränden?

Gemessen am Ausmaß der wirtschaftlichen Schäden ist das Jahr 1992 der Spitzenreiter. Damals kam durch Waldbrände ein volkswirtschaftlicher Schaden von weit über 12 Millionen Euro zusammen. Die verstärkte technische Überwachung der Wälder zeigt erste Erfolge. Ab dem Jahr 2004 konnten die finanziellen Schäden durch Waldbrände auf einem konstant niedrigen Niveau gehalten werden. Möglich machten das vor allem die frühzeitige Erkennung und Bekämpfung von Waldbränden. Allein in Brandenburg werden die Waldflächen von über hundert optischen Sensoren überwacht. Acuh beispielsweise Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern setzen solche technischen Hilfsmittel ein. Sie sind auch dringend notwendig, denn nach den Angaben der Bundesregierung weist die Anzahl der Tage, an denen witterungsbedingt eine hohe Waldbrandwarnstufe verhängt werden muss, kontinuierlich an. Dieser Trend wird auch weiter anhalten. Die Bundesregierung begründet das in ihrer Antwort mit einer zunehmenden Trockenheit in den oberen Schichten der Waldböden. Dazu trägt wiederum die steigende Anzahl von Hitzetagen mit Temperaturen über 30 Grad Celsius bei.

Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 19/10735