Hurrikan „Irma“ hinterlässt immense Schäden

Noch immer beutelt Hurrikan „Irma“ den Südosten der USA. Doch schon die ersten Meldungen lassen ahnen, welche immensen Schadenssummen auf die Versicherungen zukommen lassen. Allein die bisher in Florida hinterlassenen Schäden werden jetzt schon auf mehr als hundert Milliarden Dollar beziffert, obwohl er inzwischen auf einen Wirbelsturm der Kategorie F1 heruntergestuft wurde. Er hat den Norden Floridas erreicht und bedroht nun weitere Bundesstaaten. Bei der Angabe der Schadenshöhe sind die Schäden unberücksichtigt, die der Hurrikan bereits beim Überqueren mehrerer Karibikinseln angerichtet hat.

Warum sind die Schäden so extrem hoch?

Viele Gebäude sind nicht nur durch den Wind und die unvorstellbaren Regenmassen geschädigt worden. Zu den Merkmalen von Hurrikans in derartigen Größenordnungen gehört es auch, dass durch die wechselnden Windrichtungen und die gravierenden Luftdruckunterschiede die Höhe des Meeresspiegels beeinflusst wird. Beispielsweise in Naples sank der Meeresspiegel vor dem Eintreffen des Auges von Hurrikans „Irma“ um knapp zwei Meter. Das gleiche Bild zeigte sich auch an anderen Orten. Beim Eintreffen der rückwärtigen Front stieg der Meeresspiegel rasant an. In einigen Orten wurden Werte von fünf Metern über normal erreicht. Viele Küstenstädte entlang des Zugwegs in Florida wurden überflutet. Betroffen war auch die Innenstadt von Miami. Aufgrund der von der Flutwelle angerichteten Städten bleibt auch der International Airport Miami weiterhin geschlossen. Noch ist nicht abschätzbar, wann er den Betrieb wieder aufnehmen kann.

Die Schneise der Verwüstung ist riesig

Das Phänomen der Flutwellen traf nicht nur Florida. Zuvor flutete Hurrikan „Irma“ auch zahlreiche Kommunen in Kuba. Dort sind inzwischen die Aufräumarbeiten angelaufen. Die Schäden durch die sogenannte Flash-Flut sind auch hier immens, denn als „Irma“ Kuba passierte, war es noch ein Wirbelsturm der Kategorie F5. Die von der Flash-Flut verursachten Überschwemmungen hielten in Kuba noch bis zum Wochenende an. In Kuba selbst gab es nach den bisherigen Berichten keine Todesopfer.

Bevor der Wirbelsturm Florida erreichte, wurden bereits mehr als zwei Dutzend Tote von den Karibik-Inseln berichtet. Auch in Florida werden Todesopfer erwartet. Einige dürften der Unvernunft geschuldet sein, denn nicht alle Bewohner der getroffenen Regionen sind den Aufrufen zur Evakuierung gefolgt. Außerdem waren einige Bewohner der Meinung, der Hurrikan sei vorbei, als das Auge über ihre Region zog.

Wie geht es in den nächsten Stunden mit Hurrikan „Irma“ weiter?
Derzeit bewegt sich Hurrikan „Irma“ in nordwestlicher Richtung. Seine Ausläufer werden auch Teile der US-Bundesstaaten Georgia, Alabama und Mississippi noch erfassen. An seinem Zugweg liegen noch einige Großstädte, die in Mitleidenschaft gezogen werden können. Am Sonntag erklärte US-Präsident Donald Trump Florida zum Katastrophengebiet. Dadurch wird es durch die Betroffenen und die Hilfsorganisationen einfacher, Hilfen aus Bundesmitteln in Anspruch zu nehmen. Die Gefahr ist noch lange nicht vorbei.

Erhebliche Risiken drohen im Norden von Florida auch in den nächsten Stunden durch die Flutwellen, die jedoch hier nicht mehr ganz so hoch wie in der Südhälfte ausfallen werden. Dort wurden stellenweise bis zu fünf Meter erreicht. Weitere Gefahren ergeben sich durch die Tatsache, dass Hurrikan „Irma“ noch immer zahlreiche Tornados produziert. Zwar haben viele Hauseigentümer hier Tornado-Keller, doch vor deren Benutzung wird aufgrund der Überflutungsgefahr gewarnt.

Ob die Menschen in Florida nach Hurrikan „Irma“ aufatmen können oder nicht, steht aktuell noch nicht fest, denn es lässt sich derzeit nicht mit Sicherheit einschätzen, in welche Richtung der Hurrikan „Jose“ weiterzieht. Die Meteorologen hoffen, zu Wochenmitte dazu Aussagen treffen zu können. „Jose“ wurde zwischenzeitlich von Kategorie F4 auf Kategorie F3 heruntergestuft. Da er jedoch über dem Meer unterwegs ist, kann die Notwendigkeit einer erneuten Hochstufung nicht ausgeschlossen werden.

Quelle: CNN, Miami Herald, floridadisaster.org