Forscher warnen: Maßnahmen gegen den Klimawandel reichen nicht

Zu der Schlussfolgerung, dass die Maßnahmen gegen den Klimawandel nicht ausreichend sind, kamen rund 11.000 Wissenschaftler in 153 Ländern.

Die Wissenschaftler gaben in einem gemeinsamen Statement wörtlich an, dass „der Planet Erde einem Klimanotfall gegenübersteht“. Sie begründen das mit den Daten, die zum Klimawandel vorliegen. Außerdem warnen sie vor einer „katastrophalen Bedrohung“.

Länder müssen beim nächsten Weltklimagipfel endlich handeln

Der nächste Weltklimagipfel der Vereinten Nationen findet Anfang Dezember 2019 in Madrid statt. Die erste Veranstaltung dieser Art gab es im Jahr 1979. Sie fand auf eine Initiative der Weltorganisation für Meteorologie statt. Schon vor vier Jahrzehnten waren sich die Wissenschaftler einig, dass der Klimawandel zu einem erheblichen Teil vom Tun des Menschen verursacht wird. Die Themen waren bereits damals dieselben, die noch heute auf der Arbeitsliste stehen. Es ging und geht um die Reduzierung des CO2-Ausstoßes durch die intensive Nutzung fossiler Brennstoffe und den Stopp der Vernichtung riesiger Waldflächen. Bereits auf der Weltklimakonferenz in Toronto im Jahr 1988 wurde das Ziel einer Reduzierung der Treibhausgase um 20 Prozent bis zum Jahr 2005 sowie eine Reduzierung um 50 Prozent bis zum Jahr 2050 beschlossen. Von der Erreichung dieser Ziele ist die Menschheit meilenweit entfernt. Konkrete und gesetzlich verankerte Beiträge leisten derzeit lediglich die Länder der Europäischen Union. Das reicht nicht aus, um den globalen Klimawandel aufzuhalten. Deshalb ruhen die Hoffnungen der Wissenschaftler und der Klimaschützer auf den Teilnehmern des Weltklimagipfels in Madrid.

Zahlreiche Länder ignorieren das Muss von Maßnahmen gegen den Klimawandel

Im Interesse der Erreichung dieser Ziele bleibt es zu hoffen, dass Donald Trump im Jahr 2020 als US-Präsident nicht wiedergewählt wird. Er hatte erst vor wenigen Tagen die kurz nach seinem Amtsantritt erfolgte Ansage zur Kündigung des Pariser Klimaschutzabkommens in die Tat umgesetzt. Während seiner bisherigen Amtszeit wurden zahlreiche Maßnahmen zum Klimaschutz rückgängig gemacht, die seine Vorgänger etabliert hatten. Sie betreffen in erster Linie die Kohle- und Ölindustrie.

Genauso erschreckend sind die Erkenntnisse, welche der Universal Ecological Fund in einem Bericht zusammengefasst hat. Danach sind drei Viertel der von 184 Ländern vorliegenden Zusagen für Klimaschutzmaßnahmen nicht ausreichend. Der Harvard-Professor Dr. James McCarthy bezeichnete es in seinem Statement zu diesem Bericht wörtlich als „naiv“, daran zu glauben, dass die zugesagten Maßnahmen tatsächlich ausreichen, um den Klimawandel signifikant zu verlangsamen. Der Bericht nennt konkrete Zahlen. Danach ist China für fast 27 Prozent der weltweit vom Menschen verursachten Treibhausgase verantwortlich. China hat lediglich zugesagt, dass die Treibhausgasemissionen künftig nicht mehr so schnell wie das Bruttoinlandprodukt wachsen sollen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die dort ausgestoßene Menge Treibhausgas trotzdem steigt. Dort gibt es keinerlei Anzeichen für Bemühungen um eine Senkung der Treibhausgasmenge im Vergleich zum aktuellen Ist-Wert.

Quelle: Universal Ecological Fund, BioScience