Familientherapeut Jesper Juul gestorben

Jesper Juul wurde als einer der führenden Experten in Sachen Kindererziehung bekannt und ist auch heute noch vielen Jung-Mamas ein Begriff. Nun ist er nach langer Krankheit gestorben.

Der dänische Familientherapeut hatte sich schon seit Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen – aus gesundheitlichen Gründen. Er lebte eher zurückgezogen in seiner Heimat Dänemark. Dort soll er nun auch am 25. Juli 2019 an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben sein.

Jesper Juul wurde 71 Jahre alt

Laut einer Mitteilung des Instituts Familylab unter Berufung auf Jesper Juuls Sohn Nicolai starb der Therapeut am frühen Morgen mit 71 Jahren. Er hatte unter anderem das Elternberatungsprojekt Familylab 2004 mit gegründet. Mittlerweile betreibt es Ableger in etlichen europäischen Ländern.

Bekannt wurde Jesper Juul auch mit seinen Büchern, etwa „Nein aus Liebe“ oder „Dein kompetentes Kind“. Die umfangreichen Ratgeber sollten Eltern im Umgang mit ihren Kindern helfen. Dabei konzentrierte sich Jesper Juul in seinen Theorien sehr stark auf die Vorbildwirkung der Eltern. Auch forderte er, in der Erziehung vermehrt in den Dialog zu gehen.

Über Jesper Juul

Jesper Juul, der am 18. April 1948 in Vordingborg geboren wurde, wuchs in Vordingborg, Ebeltoft und Herning auf. Er absolvierte die Realschule und fuhr als Messejunge und Jungkoch für die dänische Reederei Det Ostasiatiske Kompagni zur See. Später verdiente er sein Geld als Erd- und Betonarbeiter, als Tellerwäscher und Barkeeper.

Erst 1966 begann er ein Studium in Geschichte und Religion und arbeitete daraufhin als Lehrer und Sozialpädagoge. Als er auf einem Kursus den US-amerikanischen Psychiater und Familientherapeuten Walter Kempler und den dänischen Kinderpsychiater Mogens A. Lund kennen lernte, wurden sie zu seinen Lehrern und Therapeuten. Er bildete sich in den USA, den Niederlanden und Dänemark weiter zum Familientherapeut. 1979 gründete er zusammen mit Lund, seiner Frau und Kempler das „Kempler Institute of Scandinavia“ und leitete es bis 2006.

Quelle: jok