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Das dufte Zuhause und seine Probleme

Ein angenehmer Duft im Raum – das wünschen sich viele. Meist geht es darum, unangenehme Gerüche zu überdecken, wie kalten Rauch von Zigaretten, Düfte, die im Badezimmer entstehen und vieles mehr. Selbst für den Staubsaugerbeutel gibt es schon Deos, die unangenehme Gerüche vertreiben sollen. Dieser massive Einsatz künstlicher Aromen kann aber auch zum Problem werden.

In erster Linie vermitteln angenehme Gerüche, zum Beispiel im Haushalt, ein Gefühl von Sauberkeit und Hygiene. Auch das täglich aufgetragene Deo verfolgt dieses Ziel. Wie sieht es aber bei Reinigungsmitteln aus? Diesen sind ebenfalls oft Düfte zugesetzt, obwohl dies nicht nötig wäre. Verbraucherschützer beklagen die Zugabe von Duftstoffen in Reinigungsmitteln, denn wenn etwas sauber ist, riecht es nach nichts. Weder angenehm, noch unangenehm. Ihrer Meinung nach ist die Zugabe von Duftstoffen nur mit einem Ziel verbunden: Den Kunden aufgrund des Dufts an ein bestimmtes Produkt zu binden. Ein Reinigungszweck wird mit Düften jedenfalls nicht erfüllt. Auch wird das Raumklima durch den Einsatz von Duftsprühern und Co. nicht verbessert. Diese können also keinesfalls als Ersatz für das regelmäßige Lüften angesehen werden.

Ständige Beduftung kann Allergien fördern

Wer sein Zuhause ständig beduftet, kann sogar Allergien fördern. Kontaktallergien entstehen in den allermeisten Fällen durch Nickel. Gleich an zweiter Stelle folgen aber Duftstoffe. Doch hier beginnt das große Problem: Wer allergisch auf Duftstoffe reagiert, muss das erst einmal herausfinden. Selbst wenn das gelungen ist, muss man den Düften aber aus dem Weg gehen können und das ist heute kaum möglich. Grund dafür: Die Beduftung findet längst nicht mehr nur im privaten Haushalt statt, sondern auch in Hotels, Supermärkten und Co.

Grund dafür: Marketingexperten glauben, durch den Einsatz bestimmter Duftstoffe im Laden die Kunden dazu zu bringen, länger in diesem zu verweilen und somit mehr Geld auszugeben. Doch selbst im Kino ist man vor den Duftstoffen nicht sicher, wie der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) angibt. Bisher gibt es zwar keine eindeutigen Belege, dass Düfte zu mehr Umsätzen führen, dennoch versprechen viele Duftdesigner genau das.

Viele Duftstoffe müssen nicht genau deklariert werden

Ein weiteres Problem für diejenigen, die unter Allergien leiden, besteht darin, dass längst nicht alle Duftstoffe eindeutig deklariert werden müssen. Es gibt zwar einen EU-Index, auf dem seit einiger Zeit insgesamt 26 Duftstoffe stehen, die als besonders potente Allergene gelten, viele andere finden sich aber nicht. Und nur die auf diesem Index stehenden Duftstoffe müssen auch tatsächlich gesondert ausgewiesen werden. Alle anderen Duftstoffe, von denen bereits heute mehr als 3.000 bekannt sind, dürfen unter Sammelbezeichnungen gekennzeichnet werden. Zu diesen zählen „Parfum“, „Duft“ oder „Fragrance“. Sie sagen kaum etwas über die einzelnen Düfte aus.

Wollen Allergiker auf Nummer sicher gehen, müssen sie in den Drogeriemarkt gehen. Dort gibt es spezielle duftstofffreie Produkte zu kaufen. Außerdem gibt das Siegel des Deutschen Allergie- und Asthmabundes Auskunft über Produkte, die auch Allergiker verwenden können. Ebenfalls sollten diese auf Weichspüler verzichten. Die enthalten nämlich nicht nur für die Umwelt schädliche Tenside. Die Tenside können ebenfalls zu Hautreizungen führen.