Nach offiziellen Angaben des Statistischen Bundesamts hat sich die Anzahl der
Wie haben sich die Krankenhausaufenthalte wegen Alkoholmissbrauch genau entwickelt?
Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts betrachten das Jahr 2024. Sie geben rund 283.500 Patientinnen und Patienten an, die wegen ausschließlich alkoholbedingten Problemen in Krankenhäuser eingewiesen wurden. Ein Jahrzehnt zuvor (2024) waren es noch rund 398.500 Personen gewesen. Das entspricht im Verlaufe von zehn Jahren einem Minus von 28,9 Prozent. Für die Krankenhäuser bedeutet das eine Entlastung, denn der Anteil der alkoholbedingten Einweisungen machte zuletzt nur noch 1,6 Prozent aller Krankenhausbehandlungen aus. 2014 lag der Anteil noch bei 2 Prozent. Allerdings ist dabei auch zu beachten, dass sich die Zahl der Krankenhauseinweisungen insgesamt im Betrachtungszeitraum um 8,6 Prozent reduzierte. Die zahlenmäßig umfangreichste Reduzierung präsentierte sich in der Statistik im Vergleich des Jahres 2020 zu 2019.
Gibt es bei Klinikaufenthalten wegen Alkoholmissbrauch demografische Auffälligkeiten?
Der erste signifikante Unterschied ist geschlechterspezifisch, wobei hier nur nach männlich und weiblich differenziert wird und „divers“ unberücksichtigt bleibt. Danach machten Männer mit 73,3 Prozent knapp drei Viertel aller Fälle aus. Rund 26,7 Prozent entfielen auf Patientinnen. Die Mehrheit der Betroffenen stammt aus der Altersgruppe 40 bis 59 Jahre. Im Jahr 2024 waren das rund 138.200 Fälle. Auf dem zweiten Negativrang landeten mit 65.500 Fällen die 60 – 79-Jährigen vor den 20 – 39-Jährigen mit rund 66.400 Fällen. Bei Jugendlichen bis 19 Jahre war der prozentuale Rückgang am deutlichsten, währen die Altersgruppe 60 bis 79 Jahre die geringste Veränderung zeigte.
Den größten Anteil stellten Fälle, bei denen die alkoholbedingte Krankenhauseinweisung aufgrund der Folgen einer Alkoholabhängigkeit erfolgte (42,5 Prozent). Wegen eines akuten Alkoholrauschs mussten rund 59.700 Personen (21,1 Prozent) im Krankenhaus behandelt werden.
Quelle: Statistisches Bundesamt

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