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Ein Drittel der Kulturschaffenden erzielt sehr niedrigen Verdienst
Nach den Angaben des Statistischen Bundesamts bringt es ein Drittel aller in Deutschland tätigen Kulturschaffenden monatlich auf ein Nettoeinkommen von weniger als 1.500 Euro. Insgesamt waren zuletzt bundesweit rund 1,3 Millionen Kulturschaffende registriert. Das bedeutet, dass rund 394.000 im kulturellen Bereich tätige Personen ein derart geringes Einkommen erzielen. Wer den gesetzlichen Mindestlohn von aktuell 13,90 Euro pro Stunde bekommt, 36 Stunden pro Woche arbeitet, die Lohnsteuerklasse 3 gewählt hat und 0,5 Kinderfreibeträge für ein Kind unter 25 Jahren geltend machen kann, bekommt in Sachsen bei einem Alter von 40 Jahren und einem Zusatzbeitrag der Krankenkasse von 3,2 Prozent ein monatliches Nettogehalt von rund 1.695 Euro. Das heißt, eine anderweitig zum Mindestlohn beschäftigte Person hat ein höheres Nettogehalt als viele Kulturschaffende.
Selbstständigkeit = zusätzliches Risko bei Kulturschaffenden
Quer durch alle Berufe lag die Selbstständigenquote in Deutschland zuletzt bei etwa 9 Prozent. Bei den Kulturschaffenden ist sie mit rund 33 Prozent signifikant höher. Innerhalb der Branche fallen jedoch bei der Auswertung der Statistiken deutliche Unterschiede auf. Personen, die im Bereich bildende Kunst und Kunsthandwerk tätig sind, fallen dabei besonders auf. Hier wurde zuletzt eine Selbstständigenquote von 85 Prozent verzeichnet. Bei Unterhaltungskünstlern und Moderatoren lag sie zeitgleich bei 61. Mit 17 Prozent rangierte die Selbstständigenquote im Bereich Veranstaltungsmanagement und Veranstaltungsservice deutlich unter dem Branchendurchschnitt.
Eine Selbstständigkeit bedeutet immer ein erhöhtes wirtschaftliches Risiko. Es resultiert nicht nur aus fehlenden Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall, sondern auch schwankende Auftragsaufkommen, Zahlungsausfälle und Einschränkungen des täglichen Lebens (wie beispielsweise durch die Beschränkungen im Rahmen der Coronakrise) machen sich dabei bemerkbar. Hinzu kommt, dass als Folge von Konjunkturproblemen oder stark steigenden Preisen viele Menschen zuerst an den Ausgaben für den Genuss von Kultur in jedweder Form sparen.
Quelle: Statistisches Bundesamt

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