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OPEC will keine Beschränkung der Förderquoten

Mit etwas Besorgnis hatten die Betreiber von Tankstellen und auch die Autobesitzer und Betreiber von Ölkraftwerken auf die Halbjahressitzung der OPEC am 5. Juni 2015 geschaut. Sie befürchteten, dass die OPEC durch eine Herabsetzung der derzeit gültigen Förderquote die Rohölpreise künstlich in die Höhe treiben könnte. Doch nun gab es Entwarnung. Der OPEC-Generalsekretär Abdullah Salem El-Badri teile in einer Pressekonferenz nach der Sitzung mit, dass keine Beschränkung der Förderquote beschlossen wurde. Das bedeutet, dass auch künftig pro Tag dreißig Millionen Barrel Rohöl aus den Quellen in den OPEC-Mitgliedsländern gepumpt werden dürfen.

OPEC berücksichtige Weltwirtschaftslage

Rohöl wird pro Barrel derzeit je nach Sorte mit Preisen zwischen sechzig und siebzig Dollar gehandelt. 74 Dollar pro Barrel ist der Zielwert, den die OPEC derzeit anstrebt. In darüber liegenden Preisen sehen die OPEC-Länder mit Ausnahme von Saudi-Arabien die Gefahr einer konjunkturellen Belastung, die gerade zum jetzigen Zeitpunkt vermieden werden sollte. Die derzeitige Förderquote deckt den Bedarf vollständig ab, der von der Internationalen Energieagentur in Paris für den Anteil der OPEC-Staaten errechnet worden ist. Derzeit gibt es dort sogar noch eine Reserve von einer Million Barrel pro Tag. Autofahrer müssen deshalb in nächster Zeit nicht mit dauerhaften Preiserhöhungen bei Benzin und Diesel rechnen. Die üblichen Erhöhungen zu Beginn der Sommerferien wird es aber durch die vorübergehende Nachfragesteigerung trotzdem geben.

OPEC-Entscheidung ist schlechte Nachricht für das Fracking

Viele Länder wollen sich unabhängig von den Tendenzen der Rohölpreise auf dem Weltmarkt machen. Sie verstärken ihre Bemühungen, über Fracking die Gewinnung von Schieferöl zu forcieren. Die Hauptförderer von Schieferöl sind die Vereinigten Staaten und Kanada. Auch in Deutschland wurden die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Fracking erst kürzlich gelockert. Lohnenswert ist Fracking aber durch die hohen Kosten nur bei hohen Rohölpreisen. Genau das nutzt die OPEC jetzt aus. Sie wollen durch die Beibehaltung der bisherigen Förderquote verhindern, dass die Fracking-Unternehmen zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz für die Ölförderländer werden könnten. Derzeit schlagen beim Fracking vielerorts so hohe Kosten zu Buche, dass für ein Barrel Schieferöl mindestens achtzig Dollar verlang werden müssten.

Quelle: Stern