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OPEC: Ölpreis reagiert auf Kürzung der Fördermengen

Die Einschätzungen des Chefs der OPEC und der Markanalysten haben sich bewahrheitet. Die Beschränkungen der Ölfördermengen sind fast genau so ausgefallen, wie er es prognostiziert hatte.

Die beschlossene Kürzung der Erdölförderung bestätigte einer der Teilnehmer im Anschluss an die zweitägigen Verhandlungen in Wien gegenüber dem staatlichen TV-Sender seines Heimatlandes. Ab sofort stehen an den Rohstoffbörsen pro Tag 1,2 Millionen Barrel Erdöl weniger zur Verfügung. Zwei Drittel der Kürzung entfallen auf die OPEC-Staaten. Das verbleibende Drittel entfällt auf die Förderländer, die nicht in der OPEC organisiert sind. Das einzige Land, das weiterhin in vollem Umfang Erdöl fördern darf, ist der Iran.

Wie fielen die Reaktionen auf den OPEC-Beschluss an der Börse aus?

Schon im Vorfeld des Treffens in Wien hatten sich im Verlauf der ersten Dezemberwoche die Handelspreise für Erdöl deutlich erhöht. Der Beschluss zur Fördermengenbegrenzung löste eine massive Orderwelle an den Börsen aus, durch welche der Erdölpreis kräftig anstieg. Die Sorte WTI war mit einem Preis von 51,71 Dollar in den Tag gestartet. Im Laufe des Freitags wurden bei WTI Spitzenpreise von bis zu 54,22 Dollar pro Barrel erzielt. Ähnlich verlief die Chart-Kurve auch bei der Sorte BRENT. Zu Handelsbeginn lag der Preis bei 60,31 Dollar. Den Tageshöchstpreis gibt die Börse Frankfurt mit 63,73 Dollar pro Barrel an.

Welche Rolle spielte Saudi-Arabien?

Den Hauptanteil der Kürzungen in den OPEC-Ländern hat Saudi-Arabien zu tragen. Immerhin entfallen auf das Land von den Fördermengenbeschränkungen eine halbe Million Barrel. Andererseits braucht Saudi-Arabien einen Ölpreis von 77 Dollar pro Barrel, um kein Defizit in der Staatskasse in den kommenden Jahren zu riskieren. Der Ölminister von Saudi-Arabien steht in mehrfacher Hinsicht unter Druck, denn er muss auch Rücksicht auf die Wünsche von Donald Trump nehmen, weil das Land stark von den USA abhängig ist. Der US-Präsident ist an niedrigen Ölpreisen interessiert, um die Konjunktur in seinem Land voranzutreiben. Das ist einer der Gründe, warum in den USA Erdöl in jüngster Zeit verstärkt auch durch Fracking gefördert wird. Dieses Interesse hatte Trump in gewohnter Weise auf Twitter zum Ausdruck gebracht. Dort heißt es in einem seiner Posts wörtlich, dass „die Welt keine höheren Ölpreise braucht“.

Quelle: Börse Frankfurt, dpa