Alltagsmagazin.de

News und Tipps aus allen Lebensbereichen

Netflix verzichtet auf Übernahme von Warner Bros.

Man newsreader reporting reportage at newscast modern

Der Streamingdienst Netflix hatte durch die Abgabe von Geboten Interesse an einer Übernahme von Warner Bros. gezeigt. Nun wird es Netflix offenbar zu teuer.

Schon seit Dezember 2025 möchte Netflix Warner Bros. übernehmen. Gleichzeitig bekundete Paramount Interesse an dem Konkurrenzunternehmen und bot mit 108,4 Milliarden US-Doller eine deutlich höhere Summe. Ende Februar 2026 legte Paramount ein noch höheres Angebot vor. Das führte dazu, dass Netflix aus dem Bieterkrieg ausstieg. Allein aufgrund der noch verbliebenen Angebote sieht es aktuell danach aus, als geht Paramount als Gewinner aus dem Rennen und kann sich den direkten Konkurrenten einverleiben. Ob es am Ende so kommt, hängt nun allerdings noch von der Zustimmung der amerikanischen Wettbewerbsbehörde ab. Dort dürfte US-Präsident Donald Trump seinen Einfluss geltend machen, denn er hatte aus rein politischen Gründen von Beginn an für eine Übernahme von Warner Bros. durch Paramount plädiert.

Fusion Warner Bros. und Paramount führt zur Konzentration von Nachrichtensendern

Unter der breiten Öffentlichkeit und den unabhängigen Medienexperten weltweit gibt es nun Bedenken. Sie befürchten eine politische Beeinflussung und Selektion der Nachrichten, weil sowohl Warner Bros. als auch Paramount reichweitenstarke Nachrichtensender betreiben, die eine voneinander abweichende Ausrichtung haben. Zur Skydance Corporation, die ihrerseits wiederum ein Tochterunternehmen von Paramount ist, gehört der Nachrichtensender CBS (Columbia Broadcasting System), der im Ranking von National Mediaspots im Januar 2026 mit durchschnittlich rund 8,26 Millionen Zuschauern in den USA auf dem dritten Platz (nach FOX und ESPN) landete. Warner Bros. betreibt den Nachrichtensender CNN (Cable News Network), der es zeitgleich mit durchschnittlich 0,746 Millionen Zuschauern auf den 7. Rang brachte. Netflix hat mittlerweile allein in den USA und in Kanada mehr als 75 Millionen Abonnenten, könnte also mit einem eigenen Nachrichtensender von der Reichweite her sogar den derzeit mit rund 29 Millionen Zuschauern auf dem Spitzenplatz liegenden Sender FOX überflügeln und eine sehr große Macht in der politischen Medienwelt bekommen.

Wie geht es mit dem Newssender CNN bei einer Übernahme weiter?

Offenbar wurde die Führungsspitze von Paramount davon überrascht, dass Netflix kein neues Angebot abgegeben hat, denn bisher liegt keine offizielle Stellungnahme dazu vor. Verschiedene Medienexperten haben deshalb bereits gefordert, den Übernahmedeal zwischen Paramount und Warner Bros. zu stoppen. Dazu gehört mit Alvaro Bedoya auch ein ehemaliges Mitglied der amerikanischen Wettbewerbsbehörde. Sie befürchten, dass sich die politische Berichterstattung von der Mitte her in Richtung Donald Trumps Ambitionen verschieben wird. Auch eine Untersuchung durch das kalifornische Justizministerium wurde durch Rob Bonta (Generalstaatsanwalt von Kalifornien) am 26. Februar 2026 bereits in einem Pressestatement angekündigt. Dabei spielt die generelle Haltung von David Ellison (Skydance) eine wichtige Rolle. Er hatte den Demokraten Joe Biden im Wahlkampf unterstützt und sich zuletzt deutlich sichtbar auf die Seite des Republikaners Donald Trump geschlagen. Außerdem haben erste Gewerkschaften in den USA bereits vor einer Verschlechterung der Lage der Medienschaffenden durch die infolge der Übernahme entstehenden Verschmälerung der Wettbewerbsbreite gewarnt.

Quelle: CNN, Deadline, National Mediaspots

About Author