Amazon-Streik beginnt

In der letzten Nacht hat der groß angekündigte Amazon-Streik begonnen. Den Anfang machten die Mitarbeiter der um Mitternacht beginnenden Nachtschicht im hessischen Bad Hersfeld, wie der Gewerkschaftssekretär Heiner Reimann der deutschen Presse-Agentur gegenüber bestätigte. Mit der Frühschicht soll auch in den Lagern  in Leipzig, Graben, Werne und Rheinberg der Streik beginnen.

Reimann erklärte, dass man mit den Streiks so lange weiter machen wolle, bis eine gerechte Lösung für die Amazon-Mitarbeiter gefunden sei. Der Streit zwischen Amazon und der Gewerkschaft Verdi hält seit mehr als einem Jahr an. Die Gewerkschaft fordert einen Tarifvertrag, wie er im Einzelhandel gilt, Amazon sieht sich aber als Logistiker und will daher keinen anders lautenden Vertrag akzeptieren. Insgesamt sind vom Streik rund 10.000 Mitarbeiter in neun Warenlagern in Deutschland, sowie einige Tausend Aushilfen für das Weihnachtsgeschäft betroffen.

Amazon-Streik soll nicht zu verzögerten Lieferungen führen

Stefanie Nutzenberger, die im Verdi-Bundesvorstand sitzt, erklärt den Streik damit, dass sich Amazon weiterhin hartnäckig gegen den Tarifvertrag wehrt. Die Arbeitsbedingungen könnten laut Amazon vom Arbeitgeber diktiert werden, Gewerkschaften seien überflüssig. Deshalb müsse man streiken, so Nutzenberger weiter. Allerdings richten sich die Streiks bei Amazon nicht gegen die Kunden. Dennoch sollten diese laut Verdi-Vorstandsmitglied Nutzenberger nicht zu knapp bestellen, da Lieferverzögerungen nicht ausgeschlossen seien.

Von Amazons Seite aus heißt es, dass man weiter pünktlich liefern werde – trotz Streik. Betont wurde dies von Amazon-Sprecherin Anette Nachbar nochmals am Freitag, als der Streik angekündigt wurde. Bisher hatten sich Nachbar zufolge immer nur einzelne Mitarbeiter an den Streiks beteiligt.

Der Standortleiter in Bad Hersfeld, Robert Gottfried Marhan, erklärte ebenfalls, dass es nicht zu Lieferverzögerungen kommen werde. Amazon betreibt 28 Logistikzentren in sieben Ländern. Werde in einem Land gestreikt, könne man auf die anderen Lager zurückgreifen und so wären Lieferverzögerungen kein Thema. Auf Streiks sei Amazon bestens vorbereitet.

Quelle: FAZ