Das Problem der
Anzahl der Rückbauten von Windkraftanlagen seit 2020 deutlich gestiegen
Im Jahr 2020 wurden bundesweit (an Land) 213 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 223 Megawatt zurückgebaut. Im Jahr 2021 waren es bereits 293 Rückbauten, die einen Leistungsverlust von 301 Megawattstunden nach sich zogen. Den bisherigen Spitzenwert lieferte das Jahr 2024. Damals wurden bundesweit 627 Windräder mit einer Gesamtleistung von 751 Megawatt außer Betrieb genommen und demontiert. Im Jahr 2025 reduzierte sich die Zahl auf 415 zurückgebaute Anlagen. Diese Daten nennt die Bundesregierung in ihrer Antwort unter Berufung auf die Bundesnetzagentur. Einen Ausblick auf die weitere Entwicklung liefert die Betrachtung des Alters der in Deutschland verteilten Windkraftsysteme. Bisher steht lediglich der geplante Rückbau des Windparks „alpha ventus“ mit einem Dutzend Windrädern auf dem Plan. Dieses Vorhaben befindet sich derzeit jedoch noch im Genehmigungsverfahren.
Bei wie vielen Windkraftanlagen könnte ein Rückbau bald notwendig werden?
Bundesweit waren zum Stichtag (1. Dezember 2025) insgesamt 3.617 Windkraftanlagen mit einer Einzelleistung von weniger als 2 Megawatt erfasst, bei denen seit der Inbetriebnahme 25 Jahre und mehr vergangenen sind. Der Schwerpunkt der Windräder dieser Altersgruppe findet sich mit 1.114 Stück in Niedersachsen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 485 Stück und Mecklenburg-Vorpommern mit 330 Stück. Die wenigsten Windkraftsysteme mit einem solchen Alter gab es zum Stichtag im Saarland (3 Stück), in Bremen (13 Stück) und in Hamburg (15 Stück).
Welche Abfälle aus dem Rückbau von Windrädern sind problematisch?
Von Bedeutung für die Entsorgung sind dabei vor allem kombinierte Werkstoffe, wie sie als glasfaserverstärkte Kunststoffe (kurz GFK) und carbonfaserverstärkte Kunststoffe (kurz CFK) beim Bau von Windrädern verwendet werden. Bei der Nennung dieser Daten bezieht sich die Bundesregierung auf Angaben des Umweltbundesamts, die aus Schätzungen im Jahr 2022 beruhen. Danach fallen bis zum Jahr 2040 bis zu 430.000 Tonnen glasfaserverstärkte Kunststoffe und bis zu 212.000 Tonnen carbonfaserverstärkte Kunststoffe als Abfälle durch den Rückbau nicht mehr nutzbarer Windkraftanlagen an.
Quelle: Deutscher Bundestag Drucksache 21/3531

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