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Klimaphänomene: Temporäre Seen in Wüstenlandschaften

Desert

Besondere Wetterbedinungen haben im Westen der USA dafür gesorgt, dass in der Mojave-Wüste temporäre Seen aufgetaucht sind. Ein Beispiel ist der Lake Manley.

Es ist nahezu unvorstellbar, dass die Mojave-Wüste und das Death Valley einst eine blühende Seenlandschaft waren. Und doch war es so. Wer jetzt im Norden der Mojave-Wüste unterwegs ist und in der Sonne glänzende Wasserflächen erblickt, sieht keine Fata Morgana. Einer der unzähligen Seen ist nach überdurchschnittlich intensiven Regenfällen wieder aufgetaucht und scheint länger als in der Vergangenheit zu bleiben. Gemeint ist der Lake Manley in der Mojave-Wüste. Benannt ist er nach Williams L. Manly, der als Wissenschaftsreisender in der Mitte des 19. Jahrhunderts vielen wandernden Siedlern das Leben gerettet hat.

Daten und Fakten rund um den Lake Manley im Death Valley

Der Death-Valley-Nationalpark erstreckt sich größtenteils auf dem Gebiet des US-Bundesstaats Kalifornien sowie zu einem kleineren Teil auf dem Gebiet von Nevada. Er gilt als einer der heißesten und zugleich trockensten Regionen in den gesamten USA. Der tiefste Punkt des Death Valley befindet sich auf knapp 86 Metern unterhalb des Meeresspiegels, was ihn zum tiefsten Punkt in Nordamerika macht, der für den Menschen bei Wanderungen zugänglich ist. Genau dort ist auch der Lake Manley, der noch bis vor etwa 128.000 Jahren bis zu 180 Meter tief war und eine Länge von bis zu 150 Kilometern aufwies. Mit dieser Größe ist der aktuell zu besichtigende Lake Manley nicht zu vergleichen, denn er bringt es gerade einmal auf eine Tiefe von etwa 90 Zentimetern.

Erscheinen und Verschwinden des Lake Manley ist nicht ungewöhnlich

Ob und wann der Lake Manley in der Mojave-Wüste auftaucht, hängt von den saisonalen Regenmengen ab. Ein Beispiel ist das Auftauchen im Jahr 2023. Damals waren die Ausläufer des Hurrikans „Hilary“ dafür verantwortlich, dass in der Region ausnahmsweise mehr als 5 Liter Regen pro Quadratmeter fielen. Der knochentrockene Boden konnte die Feuchtigkeit nicht aufnehmen, sodass sie sich an der tiefsten Stelle sammelten. Doch der Wasserstand sank schnell, bis im Februar 2024 erneut überdurchschnittliche Regenmengen fielen. 2025 waren vor allem die Regenmengen im November für ein erneutes Flächen- und Tiefenwachstum des Lake Manley verantwortlich. Sie gehen als Jahrhundertereignis in die Geschichte ein, denn solche Niederschlagsmengen hat es in einem November in der Region zuletzt im Jahr 1923 gegeben. Wie lange er bleiben wird, ist derzeit sowohl nach den Aussagen der Wissenschaftler des USGS als auch der Nationalpark-Ranger ungewiss. Dabei spielen die Entwicklungen bei den Temperaturen und den Niederschlagsmengen sowie die Windintensität die wichtigste Rolle.

Quelle: Death Valley Park Administration, USGS

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