Derzeit verunsichern Nachrichten über die witterungsbedingt fehlende Zugänglichkeit des LNG-Terminals in Mukran die Menschen. Vielerorts wird bereits offen darüber diskutiert, ob die
Wie sicher ist die Gasversorgung in Deutschland?
Nach den offiziellen Angaben der Bundesnetzagentur lag der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland zu Beginn der Kalenderwoche 08/2026 noch bei 22,99 Prozent. Wären sie die einzigen Möglichkeiten der Gaslieferung, gäbe es eine einfache Rechnung. Pro Tag leerten sie sich zuletzt um 0,34 Prozent (12.02.2026) und 0,67 Prozent (09.02.2026). Wer nur diese Zahlen bewertet, kommt zu dem Fazit, dass die Vorräte bei konstant bleibenden Entnahmen lediglich noch bis Ende März 2026 reichen. Doch das ist nicht der Fall, denn es müssen auch die Einspeisungen durch Gasimporte sowie die LNG-Terminals beachtet werden. Gasimporte per Pipeline kommen beispielsweise aus Norwegen, Belgien und den Niederlanden. Dort waren die täglichen Liefermengen in der ersten Februarhälfte stabil.
Wie ist die Lage am LNG-Terminal Mukran?
Durch den länger anhaltenden Frost hat sich eine dicke Eisdecke auf der Ostsee gebildet, durch welche das LNG-Terminal Mukran (Sassnitz) nicht angelaufen werden konnte. Selbstverständlich fehlen die dort vorhandenen Einspeisekapazitäten, die bei voller Auslastung den Gasverbrauch von rund 60 Prozent aller deutschen Haushalte decken können. Bei Mitberücksichtigung von Gewerbekunden und Gaskraftwerken könnte das Terminal über LNG-Regasifizierung nach den Angaben der Betreiber etwa 15 Prozent des Gasverbrauchs abdecken. Probleme entstanden vor allem durch den Ausfall des Mehrzweckschiffs „Neuwerk“, das auch als Eisbrecher zum Freihalten der Fahrrinne zum Anleger des LNG-Terminals Mukran eingesetzt wird. Doch Hilfe ist bereits angekommen, denn inzwischen kämpft sich dort das Mehrzweckschiff „Mellum“ durch das Ostseeeis. Das Schiff der Eisklasse E3 ist normalerweise in Wilhelmshaven stationiert und ist für Fahrten durch bis zu 80 Zentimeter dickes Eis ausgelegt. Das heißt, es ist nur noch eine Frage von Stunden, bis der LNG-Frachter „Minerva Amorgos“ seine Ladung übergeben kann. Er liegt derzeit auf Reede. Die Tanks sind mit rund 170.000 Tonnen Flüssiggas befüllt. Nach der Regasifizierung sind das knapp 84,6 Millionen Kubikmeter Gas für das deutsche Netz.
Quelle: Bundesnetzagentur, Deutsche ReGas

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