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Füllstände Gasspeicher Teil 2: Reicht das Gas bis zum Sommer?

Female engineer in safety gear using a walkie-talkie near large spherical gas storage tanks at an industrial site.

Wie lassen sich die aktuellen Füllstände der Gasspeicher in Deutschland mit Blick auf die Versorgungssicherheit bewerten? Wie wirkt sich ein weiterer Kälteeinbruch aus?

In den Medien und den Diskussionen der Menschen in Deutschland spielen aktuell die Füllstände der Gasspeicher eine wichtige Rolle. Vor allem der Gedanke an einen möglicherweise kalten Rest des Winters bereitet Sorge. Doch ist diese Sorge berechtigt? Wir haben uns offizielle Zahlen angeschaut.

Wie ist die genaue Lage in den Gasspeichern in Deutschland?

Derzeit bewegen sich die durchschnittlichen Füllstände aller Gasspeicher knapp über der 40-Prozent-Marke. Eine Prognose zur Versorgungssicherheit lässt sich allein aus dieser Prozentzahl nicht ableiten. Der Grund dafür sind die unterschiedlichen Kapazitäten der einzelnen Speicher. Sie reichen von einem Volumen mit einem Energiewert von weniger als einer Terawattstunde bis hin zu Speichern, aus deren eingelagertem Gas bis zu knapp 45 Terawattstunden Energie gewonnen werden können. Letzteres trifft auf den Speicher im niedersächsischen Rehden zu, der allerdings nach den Angaben der Initiative Energien Speichern e. V. (kurz INES) gerade einmal noch zu knapp 12 Prozent gefüllt ist. In allen Gasspeichern in Deutschland zusammengenommen lagern derzeit (Beginn Kalenderwoche 4/2026) noch Gasmengen mit einem Energiewert von rund 106 Terawattstunden. Das macht rund 42 Prozent der insgesamt verfügbaren Speicherkapazität für Gas mit einem Energiewert von 251,5 Terawattstunden aus.

Reicht die eingelagerte Gasmenge bis zum Ende der Heizperiode?

In Deutschland wurde im Januar 2025 pro Tag Gas mit einem Energiewert von rund 4.000 Gigawattstunden verbraucht. Das sind umgerechnet 4 Terawattstunden, was wiederum bedeutet, dass die Gasversorgung allein aus den vorhandenen Reserven in den Speichern für knappe vier Wochen sichergestellt werden kann. Dabei bleiben allerdings die Gasimporte komplett außen vor. Sie haben trotz der Lösung von russischem Gas noch ein erhebliches Volumen. Die neuesten offiziellen Angaben stammen vom Dezember 2025 und den ersten beiden Januarwochen 2026. Danach wurden pro Tag Gasmengen importiert, aus denen sich mehr als 3.000 Gigawattstunden (umgerechnet 3 Terawattstunden) Energie gewinnen lassen. Sie decken rund 75 Prozent des Verbrauchs ab. Das heißt, dass lediglich ein Viertel des täglichen Gasbedarfs in Deutschland aus den Reserven in den Speichern gedeckt werden muss. Bleiben der Verbrauch und die Importmengen gleich, sind die restlichen Wochen des Winters bestens abgesichert und die Sorgen vieler Menschen unbegründet.

Quelle: Bundesnetzagentur, INES

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