Mary-River-Schildkröte vom Aussterben bedroht

Der Artenreichtum der Erde wird von vielen Faktoren bedroht. Immer wieder landen weitere Tierarten auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten. In den ersten Monaten des Jahres 2018 gehörte dazu auch die in Australien beheimatete Mary-River-Schildkröte.

Ihren Namen hat die Mary-River-Schildkröte von dem Fluss bekommen, der ihr Hauptverbreitungsgebiet darstellt. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Elusor macrurus. Sie gehört in der Ordnung der Schildkröten zur Unterordnung der Halswender-Schildkröten und dort zur Familie der Schlangenhalsschildkröten.

Was kennzeichnet die Mary-River-Schildkröte?

Sie weisen mit der bimodalen Atmung (Nase und After) eine selten anzutreffende Besonderheit auf. Außerdem gehört die Mary-River-Schildkröte zu den größten Schildkrötenarten, die in Australien anzutreffen sind. Ihr Panzer kann bis zu 50 Zentimeter lang werden und weist eine rötlich braune bis schwarze Tönung auf. Die männlichen Vertreter sind an ihrem langen Schwanz zu erkennen, der zusammen mit den Beinen für die Vorwärtsbewegung im Wasser genutzt wird. Auch das ist eine Besonderheit, die ausschließlich die männlichen Vertreter dieser australischen Schildkrötenart aufzuweisen haben.

Warum ist die Mary-River-Schildkröte vom Aussterben bedroht?

Das Tier hat ein sehr eng begrenztes Verbreitungsgebiet. Es zieht sich entlang des Mary Rivers in Australien von Palmwoods im Süden bis nach Maryborough im Norden. Beginnend ab den 1970er Jahren landete die Mary-River-Schildkröte mit einer sich rasch verstärkenden Häufigkeit in den Zoohandlungen. Besonders begehrt waren die Exemplare mit einem Algenbewuchs auf dem Kopf, der wirkt, als hätten sich die Tiere eine Irokesenfrisur beim Friseur machen lassen. Die Angabe der Anzahl der als Haustiere verkauften Exemplare lässt sich nicht verlässlich ermitteln. Allerdings gehen die Behörden vor Ort in Queensland davon aus, dass die Bestände dadurch in den letzten Jahrzehnten um bis zu 150.000 Tiere reduziert wurden. Ein weiteres Problem ist, dass die Mary-River-Schildkröte die Geschlechtsreife erst mit etwa 25 Jahren erreicht und sehr viele Jungtiere in den Zoohandlungen landeten. Deshalb wurden erste Schutzprogramme in Australien bereits zur Jahrtausendwende etabliert.

Quelle: environment.gov.au